so viel leben
gottgeschenke
blumen sind so schmeichelnd
augentrost
und lebensfreude
schenken sie uns streichelnd
seele lächelt
augen strahlen
alle sinne offen
und im tiefsten trauertal
lassen sie uns hoffen
floravonbistram
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so viel leben
gottgeschenke
blumen sind so schmeichelnd
augentrost
und lebensfreude
schenken sie uns streichelnd
seele lächelt
augen strahlen
alle sinne offen
und im tiefsten trauertal
lassen sie uns hoffen
floravonbistram
Atemhauch im Werden
Gebt eurem Weg hier Sinn und Ziel,
die Lebensflamme brennt nicht lang.
Ein Atemhauch im Werden-Spiel,
in die man sein Erleben zwang.
Ein Tropfen, der so schnell verzischt,
als sei er nie gewesen,
die Tafel, die dort abgewischt,
man kann nun nichts mehr lesen.
Wir sind ein Stäubchen, das leis fällt,
ein Wimpernschlag, doch Kettenglied,
verbunden in dem Netz der Welt,
das alles Sichtbare umzieht.
Es ist an uns, den Raum zu füllen,
der kurze Zeit uns Wohnung gibt,
die Sehnsucht in die Werke hüllen,
für das, was man hier hegt und liebt.
Wir geben unsre Liebe weiter,
umfangen hilfreich jedes Sein,
wir steigen auf der Lebensleiter
in andere Gefilde ein.
Es gibt nicht nur dies eine Leben,
es wär Verschwendung, ungerecht.
Wir können’s liebend weiter geben,
bewirken so ein neu‘ Geflecht.
floravonbistram 2001
gefühl
im kommenden sturm bin ich ganz allein
erlebte viel stürme, trieb
in sie hinein,
sie trugen mich immer mit
meinem wissen
von harter umarmung und
sanften küssen
durch alle fernen, hinein
in das leben,
sie ließen mich auch sanft
entschweben.
im kommenden sturm bin ich
ganz allein
von liebe geleitet werd ich
dann sein.
floravonbistram
ich hatte so ein reiches leben
doch nun sehnt sich die seele heim
kann nur noch nehmen nicht mehr geben
die kraft erlischt in jedem keim.
ihr müsst nicht nach dem leiden fragen
dass ich schon lange in mir trag
ich würd für
nichts auch nicht verzagen
auch wenn die liebe geben mag
von nun an bin ich fremdbestimmt
verliere meiner heimat ort
ich hoffe auf den lebenswind
und wünsch er trägt mich einfach fort.
er nimmt mich mit in stilles sein
wo alle schmerzen schnell verwehn
lässt mich in frieden dort hinein
und hell das ende sehn.
floravonbistram-uschiheinemann
Licht und Schatten
Du liebster Luftballon in meiner Kinderhand,
wie warst du schön, so rund und wunderbar
und gar so kunterbunt!
Du süßer Kindertraum, schwebtest ganz leicht davon,
bis an den Himmelsthron,
und traurig war das kleine Herz-
Er kehrte ja nicht mehr zurück.-
Ein ausgeträumtes kleines Glück.
Du Wunderball an einer langen Schnur!
Ich tanzte gern mit dir, auf meiner Freiheitstour
und stieß und knuffte dich nach allen Seiten.
Im luft’gen Reigen warfst du feine Schattenspur,
und helle Jauchzer war'n froh Begleiten nur.
Doch was alles musstest du ertragen,
bis du dich bäumtest und mit Krach dir platzte
der feine Gummikragen!
Dann lagst am Boden du,
mein Glück, total
zerfetzt-
und Kinderaugen so entsetzt,
hielt man in den Händen nur,
die ganz erschlaffte lange, dumme Schnur
Kein Wert, kein Kinderglück!
Nur riesengroßer Seelenschmerz
durchfuhr das kleine Kinderherz.
Wem ward dies bunte Glück nicht auch beschert-
die zarte Kinderfreud
so lieb und auch so leidenswert,
denn immer war dies Glück ja nur für kurze Zeit.
Glücksminuten
Die Güte, die das Schicksal schenkte,
sie ist ganz Dein, die dich auch lenkte
und still ist alles gute Weben
was dir das Leben gern gegeben.
Wer nach dem Glück des Guten strebt,
auch immer wieder es erlebt
und weiter seine Freude gibt,
spürt bald, er
wird dafür geliebt.
Schau nie auf Niedertracht zurück,
spür in dir lieber kleines Glück.
Erstrebe immer nur das Licht,
dass Dunkel um
dich schnell zerbricht.
Kannst du dein Heute froh erleben,
wird es ein gutes Tagwerk geben
und um dich wird
es heller scheinen,
wenn Freunde sich im
Lächeln einen.
Die Gegenwart, sie eilt vorbei
und gibt sich täglich dir auf neu.
Was sie uns schenkt, ist neues Leben,
ward oft vom Freund uns still gegeben.
Betracht mein Gestern ich in Ruh’
und schaue still den Andern zu,
will, dass mir stets ein Lied gelingt,
das allen neue Freude bringt.
Ihr hüllt mich ein in eure Kunst,
ihr malt der Bühne ein Gesicht,
ihr schwebt, ihr stürmt, verbreitet Dunst,
durch den die Zauberwelt besticht.
Ob Turner, Tänzer, sanfter Sänger,
ob Magier und Sandbildmaler,
auch Einradfahrer, Trapezhänger,
Märchentante, Farbenstrahler.
All euer Wirken, voll von Geben
mir so viel Freude schon geschenkt,
ist wert, dass man das herrliche Erleben
mit einem Herzenspreis bedenkt.
floravonbistram
Letzter Abschied
Welch ein hartes, wehes Beben,
welche Macht und doch so still,
als ob Schmetterlinge schweben,
wenn die Seele weinen will.
Deine bleichen Lippen schweigen,
sagen nie mehr zärtlich „Du“
Deine schönen warmen Augen
zwinkern mir nun nie mehr zu.
Sonnenstäubchen tanzen Reigen
auf dem Bett und an der Wand,
Flöten höre ich und Geigen –
lausche ihnen wie gebannt.
Schluchzend nehm ich deine Hände
hab sie inniglich geküsst.
Stehe vor des Leben Wende
weil du still gegangen bist.
Der Himmel öffnet weit die Tür,
denn deine Seele will nach Haus,
und tränenblind steh ich vor dir-
doch lasse ich sie still hinaus.
floravonbistram 1978
HARMONIE, ECHO DER STILLE!
Die Stille ist ein guter Freund,
in der man Sonnenstrahlen fängt.
Und hörst du auch kein einzig’s ´Wort,
nur wenig gibt’s, das dich beengt.
Viel Schönes lebet fort in ihr,
all die vergangen schönen Stunden,
die einst im Leben man gefunden,
umkränzte sie auch manches Leid.
Die Seele ist ja so bereit,
all ihre Leiden zu vergessen,
um alles, was sie einst besessen,
hinzugeben - sanften Freuden.
In ihr lebt jene stille Kraft,
die immer neue Wunder schafft,
in der sie bleibt, die Harmonie,
gegeben dir, du weißt nicht – wie.
Viel Farben ineinander gleiten,
angeschmiegt hinüberleiten,
in ein wundersames Spiel
und ein neues Ganzes werden.
Welche Lust auf dieser Erden!
1985
Wintersonne
Mensch
Ein Mensch liegt dort auf jener Bank,
auf dem sich sonst die Pärchen küssen.
Er starrt vor Schmutz und den Gestank,
wird man ganz einfach dulden müssen,
wenn man ihm Beistand geben will.
Die Haut fast grau, verfilzt das Haar
und die Klamotten aus dem Müll.
Nichts zeugt von dem, der er mal war.
Oh bitte, ja, dreht euch nur weg,
mag es euch niemals so ergehen.
Doch wir, wir bauen einen Steg
voll Mitgefühl und voll Verstehen.
© Flora von Bistram 2002
Die Zeit der Stille
Deine Seele schwingt im Schweigen,
Die Buchen stehen kahl im
Wald,
sind eingehüllt in Schnee
und Eis,
nur schemenhaft man Bäume
sieht,
denn rundherum ist alles
weiß.
Die Wolken sind heut mundgehaucht,
verzaubern unsre ganze Welt.
Wie aus der Eiszeit aufgetaucht
erscheint das ganze
Himmelszelt.
Die Kälte hat uns
eingehüllt,
das Glitzern leuchtet sphärenweit.
Wir sind vom Winterglück
erfüllt,
genießen diese Wunderzeit.
floravonbistram 1998