#NeuesJahr #Neujahr #Jahresbeginn


Das neue Jahr

Das Jahr hat nun begonnen
hat seinen Lauf genommen
was es wohl bringen mag?
Wir hoffen ganz im Stillen
dass Wünsche sich erfüllen,
ohn‘ Grund  für Schmerz und Klag‘.

Das Frühjahr soll uns bringen,
worum im Herz wir ringen,
das Glück, es sei uns hold
und gönne uns das Lieben,
von dem die Dichter schrieben,
das sei mehr wert als Gold.

Der Sommer schenk‘ uns Rosen,
das Turteln und Liebkosen,
bevor die Zeit verrinnt.
Doch dann, ganz in der Frühen,
wenn wir zu sehr erglühen
schick er uns sanften Wind.

Im Herbst vergeht das Blühen.
Bevor wir heimwärts ziehen,
uns reiche Ernte grüßt.
Noch ahnen wir kein Ende,
weil   vor der Lebenswende
er farbenfroh uns küsst.

Der Winter sagt uns leise:
hier endet eure Reise,
ein Sehnen bleibt allein,
dass nach dem frohen Walten,
wir unsre Hände halten
und Stille hüllt uns ein.


Flora von Bistram 1986



#2020 #Jahreswechsel #Neujahrsgruß




#Silvester #Neujahr



Silvesternacht

Ich hör ein müdes, leises Seufzen -
ihm lauschend bleib gespannt ich stehn,
seh hell und dunkel, fahl und bunt
gebeugt das Jahr von dannen gehn.

Und sinnend halte ich noch Rast,
denk an sein Wirken kurz zurück,
so viel‘ Nuancen brachte es -
Freud‘, Schmerzen, Kummer, Glück.

Ganz still schau ich ihm lange nach,
nehm meine Andacht hier allein,
bin dankbar für gelebte Zeit
stell auf das Neue Jahr mich ein,

weiß, dass es nicht nur Freude bringt,
seh‘ auch das Leid in aller Welt,
verbeuge mich vor jeder Hand,
die tröstend eine andere hält.

Laut wird begrüßt das junge Jahr,
das strahlend einzieht, Hoffnung schenkt,
doch Freude, Glück und Sonnenzeit
gibt der, der unser Leben lenkt.

Flora von Bistram   



#EineheiligeNacht




Eine heilige Nacht

Es war einmal in einer sternenklaren Winternacht, als der Frost die Welt umfangen hielt und den Atem am Mund gefrieren ließ, ein Paar unterwegs, müde und frierend durch den knirschenden Schnee stapfend. Sorgsam führte der alte Mann die blutjunge Frau, sie war fast noch ein Kind, an der Hand, und man erkannte auch durch mehrere Lagen Pullover, Jacken, Mantel, den gewölbten Leib der Frau, den sie mit einer Hand immer wieder wie schützend hielt.
„Stütz dich auf mich, wir haben es nicht mehr weit.“ Wieder schob er seinen Arm unter ihrem durch, um Halt zu geben, falls sie strauchelte.
Sie blieb stehen, ein krampfhaft unterdrücktes Stöhnen entrang sich ihren fest aufeinander gepressten Lippen, kleine Schweißperlen glänzten auf Stirn und Oberlippe, um sich dann mit den tanzenden Flocken, die ihr Gesicht umspielten, zu vermischen.
„Nur noch ein kleines Stück, komm, ich trage dich, gleich sind wir an dem Stall.“
Kaum dass er sich selbst noch auf den Füßen halten konnte, umfasste er dennoch die nun zusammensinkende Frau, hob sie hoch und bahnte sich mit dem letzten Rest seiner Energie und einem flehenden:“Herr, steh uns bei!“ den Weg zu dem nun schemenhaft im zunehmenden Flockenwirbel auftauchenden windschiefen Gebäude, das er mit seiner immer schwerer werdenden Last schließlich keuchend erreichte.
Quietschend öffnete sich das alte Tor, nachdem er den eisernen Riegel mit aller Kraft zur Seite geschlagen hatte und sie nahmen, bevor sie ins warme Heu sanken, nur noch wahr, dass auch Tiere in dem Stall schliefen.
Wärme und Geborgenheit umhüllte sie, wie sie da nun eingegraben im Heu auf die Geburt ihres Kindes, seines Urenkels warteten und in der Ferne, sich immer weiter entfernend, hörten sie das Donnern der Kanonen und die alles zerstörenden, berstenden Treffer.
Als im dämmernden Morgen der erste Schrei des Neugeborenen erklang, konnten sie eine Glocke läuten hören.
Still reichten sie sich die Hände, Großvater und Enkeltochter auf der Flucht, das Kind, die Frucht einer Vergewaltigung, zwischen ihnen, nun sorgsam in eine Jacke gewickelt und ihre Blicke hoben sich zum Himmel, ein Dankgebet im Herzen –
Gesegnete Weihnachten!


floravonbistram

Bild könnte enthalten: eine oder mehrere Personen

#Weihnachtswunsch



Weihnachtswunsch

Wir singen von stiller und heiliger Nacht,
und während wir feiern, doch manch einer wacht :
die Mutter, die bangt um ihr sterbendes Kind,
der Nachtwanderer in dem eisigen Wind,
die Frau tief im Elend mit volltrunk‘nem Mann,
der Kranke, der möchte, doch nicht sterben kann,

der Arzt, tief gebeugt über‘m Unfallpatient,
die Schwester, die auf jedes Klingeln hin rennt,
der Mensch auf der Wache im Feuerwehrhaus,
die Hüter des Rechts in Chaos und Staus,
ein einsamer Mensch, ohne Hoffnung und Geld,
Millionen von Hungernden auf dieser Welt,

die Menschen, denen Kriege alles genommen,
dann jene, die niemals wiedergekommen,
geraubt und geschändet, gefangen, gequält,
weil anderen Orts nicht die Menschlichkeit zählt.

Mein Wunsch, dass ein Jeder, der froh feiern kann
nur eine Minute mag denken daran.


Flora von Bistram

Bild könnte enthalten: Feuer, Nacht und Kerzen

#Eiskönigin #Schneekönigin




Die Eiskönigin

Draußen steht die kalte Schöne,
hebt den glitzernd weißen Stab,
haucht den kalten Nebelatem
mikrofein auf uns herab.

Kleinste Tröpfchen tanzen leise
fangen sich an Zweig und Ast
und erstarren dort zu Eise-
halten kalte Winterrast.

Königin, mit Deinen Armen
bannst du klirrend Mensch und Tier,
lächelst kalt, bist ohn‘ Erbarmen,
schließt vom Eispalast die Tür.

Dennoch stehen wir voll Staunen,
welchen Zauber du vollbracht.
Wenn die Eiskristalle blühen
tanzt die Zauberin und lacht.

floravonbistram




Märchentücher





Mystisch zarte Märchentücher,
fein gewebt von Feenhand,
legten heute Nebelfrauen
über unser ganzes Land.
Ich betrete Wunderwelten,
schreite durch das Zaubertor,
öffne meine Kinderaugen,
leihe Raunen ganz mein Ohr.

Lieblich tönen gold‘ne Blätter,
wenn sie raschelnd erdwärts schweben.
Elfen tanzen froh mit ihnen,
schenken allem Glitzerleben.
Ich erlebe and‘re Zeiten.
Eingetaucht in Silberschein,
schmiegen diese Fabelwesen
sich ins off‘ne Herz mir ein.   

floravonbistram im Nebel


#Novembermorgen



Dichter Nebel schmiegt sich in das Tal.
Steigt er auf und kuschelt sich zu grauen Wolken
oder legt er sich sanft auf Wiesen und Felder
und übergibt so der Sonne das Firmament?

Kalter Morgen, du lässt das störrische Laub
unter den Füßen rascheln und knistern.
Zapfen an immergrünen Bäumen, teils hängend,
doch auch majestätisch aufgerichtet
zeugen auch in kältester Zeit von Leben.

Kahl ist der Wald, es frieren die Tiere,
deren Winterkleid noch nicht vollendet ist
und dicht schmiegen sie sich aneinander
in dieser frühen Stunde.

Zugvögel, verspätet oder von weit her kommend
aus noch kälteren Zonen
fliegen rufend, fast meint man in klagendem Ton,
ins Irgendwo.

Krähen sitzen auf knarrenden Ästen,
scharren und picken
auf für den Winter bereiteten Feldern.

Der gestern noch so bunte prächtige Herbst
kleidet sich heute
ins Trauerkleid der Vergänglichkeit.

Dunkle Zeiten? Nein, schau hin, dort die Felder
mit Senf blühen in sonnengelb
und immer noch finden wir bunte Beeren
an fast entblätterten Büschen.



Schau zum Himmel, denn zwischen Wolkenbergen,
die sich in Abstufungen der weiß- grauen Kompositionen
langsam von einem sanften Lüftchen
über uns weiter schieben lassen,
blitzen immer wieder die Kraft- und Leben spendenden Strahlen
der Herrscherin über Tag und Licht.

Dies ist nur ein kurzer Schlaf der Mutter Erde,
um Kraft zu tanken für ein neues Aufbrechen…
Nehmen wir dieses Ende als Beginn,
wie anders können wir dann fühlen.

floravonbistram



#Frühmorgens



Mein Morgen

Verlassen das Dunkel der nächtlichen Träume
umsäuselt voll Zartheit von kusswarmen Winden
betört von den Liedern erwachender Sänger
in Dankbarkeit kann ich die Schöpfung empfinden

Durchschreiten die Tore zum grauenden Morgen
verlassen die Arme der hüllenden Nacht
erfrischendes Tanzen im feuchtwarmen Nebel
in aufgehender Sonne bestaunen die Pracht


floravonbistram um 4Uhr 30



Tanzen in den Wipfelkronen



In den Ästen will ich schwingen,
tanzen mit den Wipfelkronen.
Möchte in den Blättern wohnen,
hell das Herbstlied für sie singen.

Mit den Augen will ich trinken
diese Farben - voll Erstaunen
hören, wie sie leise raunen,
wenn sie sanft zur Erde sinken.

Voller Andacht will ich schweigen,
wenn sie leuchtend bunt sich drehen
und von ihrem Baum wegwehen,
mich vor dieser Pracht verneigen.


floravonbistram 2002



Werden und Verwehen



Es ist ein Kommen und ein Gehen
ein sanftes Werden und Verwehen
dass ich im Ahnen um die Zeit
die mir noch hier auf Erden bleibt
erschauernd freudig miterlebe
wie ich ins Früher gern entschwebe

floravonbistram


#Verlust #Tod #Schmerz #Heilung




Heilend

Ich fühl mich krank, es schmerzt und nagt
mein Herzleid und die müden Glieder,
sind Grund, dass ich so sehr verzagt.
Ich setz mich auf der Lichtung nieder.

Ganz warm umhüllt mich zart und sacht
die Ruhe, die ich mir ersehne.
Der Mond erstrahlt hell durch die Nacht.
Im Wald ich mich alleine wähne.

Doch Knistern hier und Schuhu dort,
ein Huschen dicht an mir vorbei,
ein Ruf erklingt von nahem Ort
und plötzlich fühle ich mich frei,

denn als ins Sinnen ich verfall
und grübelnd mich bedauern will
ertönt das Lied der Nachtigall
durchströmt die Nacht und macht mich still.


floravonbistram 1986







#Perseiden #Sternschnuppen #Laurentiustränen



Bild könnte enthalten: Himmel und Text



Sternschnuppen

Schnuppenschwärme Sommerleuchten
Glitzerträume aus dem All
leuchtend ziehen sie die Bahnen
holen Kinderglauben vor

Denn durchqueren hier auf Erden
die Perseiden im August
schimmern die Kometenstäubchen
schnell verglühend durch die Luft 

Und die Lippen flüstern Wünsche
schicken sie still durch die Nacht
denn nach alten Mär und Sagen
bringen "Laurentiustränen" Glück

FloravonBistram 1977

#Frei #Meer #Wellen #Strand



So frei

Ich träume mich weg aus dem hektischen Alltag
und fliege mich frei mit den Wünschen in mir.
Ich atme die Sonne und wühl mich durch Wolken
Sink langsam hernieder am schäumenden Meer.

Ich tauch durch die Wellen, hab Sand in den Haaren
und streife wie Seetang die Sorgen hinweg.
Ich lach mit den Möwen und schreibe mit Muscheln
ein frohes ICH LEBE als Gruß an den Strand.

floravonbistram1978

#Brandung #Brandungslieder #Meer




Goldene Lichtbänder tanzen
auf dem Blau der Wellen
die sich mit weißer Gischt krönen

Möwenrufe klingen heiser
und meine Hand ist so leer
ohne die deine

Brandungslieder öffnen mein Herz
dass dich immer noch sucht


floravonbistram






#Sommersonnenwende #Sonnenwende #Mittsommer


Magisch lockt die Sonnenwende,
kleine Wesen auf die Au,
Elfen tanzen froh- behende,
Feen sammeln Morgentau,

den sie Menschen anvertrauen,
die Gefühle sich bewahrt,
die noch in die Seelen schauen,
heilend der Natur verpaart.

Mädchen pflücken wilde Blumen,
sieben Sorten soll’n es sein
pflücken sie von sieben Wiesen,
legen sie ins Bett hinein.

Warten hoffend auf den Freier,
denn die Sommersonnwendnacht 
zeigt im Traum die Hochzeitsfeier
und wer ihnen zugedacht.

Dürfen dabei niemals sprechen,
auch der Traum ist nur für sie,
wenn sie doch das Schweigen brechen,
kommt der Bräutigam wohl nie.


floravonbistram

Bild könnte enthalten: Himmel, im Freien und Natur

#Päonien #Rosen #Duft #Pfingstrosen


Es liegt ein Grüßen in der Luft,
das uns verwirrt und tief berauscht.
Päonien- und Rosenduft
die Welt zum Paradies so tauscht.


Aus Wald und Wiesen trägt der Wind
des Sommers Hauch in unser Sein.
Voll Leichtigkeit, wie einst als Kind,
glücktaumelnd wie vom süßen Wein,

so tanze ich, nicht damenhaft,
egal wer was da von mir denkt.
Wie dankbar bin ich jener Kraft
die mir die sieben Sinne schenkt.

floravonbistram



#Sommerregen #Sommer #Regen

Sommerregen

Regenverhangenes silbernes Weben
umfließt heut die Bäume, die Wiesen und Felder
Dankbar begrüßt die Natur neues Leben
und seidiger Chiffon umhüllt unsre Wälder.

Der Regen, der sich endlich reichlich ergoss,
nahm kühlend der Hitze den brennenden Hauch,
erfüllte mit Wollust den erdigen Schoß
belebt Bäche, Seen, labt Blume und Strauch.


floravonbistram








#Muttertag #Kinder #Enkel




Für unsere Kinder und Enkel zum Muttertag

Danke sag ich Kindern, Enkeln
für die Liebe, die ihr gebt,
dass ihr das, was wir euch gaben
nun auch selber gerne lebt.

Wir begleiten eure Wege,
helfen, wenn ihr Hilfe wollt,
sind voll Glück durch die Gewissheit
des Respekts, den ihr uns zollt.

Kommen auch mal trübe Tage,
und wir „Alten“ werden schwach,
wissen wir, ganz ohne Frage,
ihr bleibt immer für uns wach.


floravonbistram,
sicher im Namen ganz vieler Eltern und Großeltern




#Traumnacht #Meer #Wellen #Brandung



Traumnacht

Wir haben uns im warmen Sand geatmet,
den Duft von Wärme und Salz getrunken,
wir lauschten den Möwen, dem Wellenspiel
und sind in Orkanen der Liebe versunken.

Wir haben uns in wilde Brandung geworfen,
das Lied der Liebe auch dort noch gesungen.
Der Wind hat uns‘re Melodien getragen,
sanft sind sie dann in der Traumnacht verklungen.


floravonbistram1976