#Hoffnung


Hoffnung geben

Egal, was immer ich erlebte,
ich war doch stets in bester Hut.
Ging ich durch Feuer, über Scherben,
am Ende wurde alles gut.

Seh ich die Menschen, ihre Nöte,
erscheinen meine winzig klein,
ich möchte meine Hand euch reichen,
euch Freund und Helfer gerne sein.

Ich möchte eure Tränen trocknen
und führen aus der schweren Qual
auf meinen Fels der frohen Hoffnung,
heraus aus tiefstem Seelental.

floravonbistram




#KrankerMann




Bester Tropfen steht im Schrank

ich bin krank.
Schönster Garten ziert mein Haus,
kann nicht raus.
Den Kamin an, kaum gebraucht,
ach der raucht.
Uhr mit Glockenschlag ist bös,
bin nervös.
Nachbarn diese lieben Leut,
störn mich heut.
Katz an meinem Knie miaut,
mir zu laut.



Wer so schrecklich quengeln kann,
ist bestimmt ein kranker Mann. 


floravonbistram 1986


#Valentinstag #Rosen #Liebe


Einfach nur so

Du schickst mir fünfzig rosa Rosen,
weil sie mir doch die Liebsten sind.
Doch mitten in dem schönen Strauß
ich eine ganz knallrote find.

Ein kleines Herz hängt an dem Stiel,
drauf steht als Liebesgruß von dir:
„Nur diese rote Rose kann dir sagen,
den Himmel schenkst du täglich mir.

Kein Valentins- - kein Jahrestag,
an diesem Tag voll Schnee und Eis,
da zauber‘ rosa ich die Welt
und fülle sie mit Liebe heiß“.

floravonbistram Januar 1977



#Schatzkästchen #Leben

Leben,
ist ein ständiges Üben,
das, was im Herzen
geschrieben steht,
auch möglichst so zu leben,
und das erneut an jedem Tag.


Ständig macht man kleine Fehler,
nicht dieselben,
aber sie gleichen immer wieder
den schon gemachten.

Ja!

So ein Schatzkästchen
ist etwas Teures, Wertvolles,
auch wenn es keine
Diamanten in sich birgt.


floravonbistram 1986


#Zauberbaum




Die Lichtung lag, sehr gut versteckt, 
im Buchenwald. Im Mondenschein 
hab ich sie neulich erst entdeckt.
Sie lud mich zum Verweilen ein.  

Der alte Baum, umhüllt von Moos, 
bot seinen Stamm als Ruhebank.
Ich ließ das Alltagsleben los 
und schloss die Augen voller Dank 

für all die Ruhe, die ich fand. 
Doch plötzlich, nein ich irrt' mich nicht, 
ich war in einem and'ren Land, 
es schimmerte ein Silberlicht.

Die Elfen tanzten dort ganz zart 
und Elben reichten mir die Hand, 
die Trolle sangen in den Bart 
ein frohes Lied, mir unbekannt. 

Mit Geige und auf Klarinette 
ließ Grillenchor Musik erklingen 
und als  herrliche Quartette 
hörte ich die Nymphen singen. 

Zwerge, Gnome und die Feen 
nahmen mich in ihren Reigen, 
ließen mich verwundert seh'n 
Menschenwünsche aufwärts steigen.  

Dann sich mir ein Einhorn zeigte, 
weiß, mit Zaumzeug leuchtend rot, 
sich zum Heimritt vor mir neigte, 
freundlich seinen Rücken bot. 

Und am Morgen, augenreibend 
wusste ich, es war ein Traum, 
sitz' jetzt lächelnd hier, still schreibend 
dies Gedicht vom Zauberbaum. 


floravonbistram



#Kälte #Babysegen



Wenn des Winters Kälte beißt
sitzt man gerne drin. Zumeist
kriecht man dann gern in die Betten
und ich möchte mit euch wetten,
 schon das Frühjahr kündigt dann
Spät-Sommer-Babysegen an.


floravonbistram


#Dank #Danke




Das Leben ist für mich ein Geschenk,
ein Geschenk, das Ihr mir immer wieder macht,
denn Ihr zeigt mir, dass Ihr mich wahrnehmt,
dass mein Denken und Schreiben Euch berührt
oder wenigstens innehalten lässt.

Das ist so viel, dass ich mir wünsche,
dass ich auch genügend Zeit aufbringe,
um  dieses Geschenk weiterzugeben,
weiterzugeben auch an Jene,
die sonst Niemanden haben,
der sieht, hört, versteht, berührt.


floravonbistram


#Eiskönigin



Draußen steht die kalte Schöne,
hebt den glitzernd weißen Stab,
haucht den kalten Nebelatem
mikrofein auf uns herab.


Kleinste Tröpfchen tanzen leise
fangen sich an Zweig und Ast 
und erstarren dort zu Eise-
halten kalte Winterrast.

Königin, mit Deinen Armen
bannst du klirrend Mensch und Tier,
lächelst kalt, bist ohn‘ Erbarmen,
schließt vom Eispalast die Tür.

Dennoch stehen wir voll Staunen,
welchen Zauber du vollbracht.
Wenn die Eiskristalle blühen
tanzt die Zauberin und lacht.


floravonbistram


#Eisblumen


Wundersame Sternenlichter
haucht mein Atem an die Scheiben
draußen lässt Dezembersturm
wild die Flocken umher treiben.

Zartgehaute Eisgesichter
weinen schmelzend Klagelieder,
schwinden hin. Doch Vater Frost
zaubert nächtlich neue wieder.


floravonbistram 1983


#Glück #Unwiederbringliche Momente


#November

In diesen grauen Novembertagen


Nun leben wir in grauen Novembertagen,
in denen schwere, dunkle Stürme wehen.
Ich seh des Regens und des Windes Bräute,
die ihre reifbesetzten Kleider tragen,
beim Tanzen zu den Blumenelfen gehen,
um sie zu bitten, zurückzukehren heute
ins Haus des Lebens, in der Mutter Erde
und ruhen, bis ein neuer Frühling werde.

Dort können sie die Märchenträume weben,
die auch den Weg in unsre Herzen finden,
in dunklen Zeiten uns  voll Trost umschweben.
Wenn wir beim Kerzenscheine Kränze binden,
dabei die Weihnachtlieder fröhlich singen,
die Lichter stecken auf geschmücktes Grün,
wird Freude uns das Miteinander bringen,
soll Helligkeit in allen Lebensecken blühn.

Sehr schwer wird es für viele Erdenwesen werden,
wenn Winter unser Herz zu Eis gefrieren lässt,
wo die Verzweiflung Lebenshoffnung vieler Menschen
ganz gnadenlos wie eine faule Frucht zerpresst.
Wenn wütendes Gehabe dunkler Mächte
in jeden Winkel unsrer schönen Erde dringt,
dann kann allein uns jene Liebe retten,
die wir verströmen, die allen wieder Frieden bringt.


floravonbistram 1971

Bild könnte enthalten: Baum, Pflanze, Himmel, im Freien, Natur und Wasser

#Narben #Bücher

Gedichte
Ein Kopf und ein Herz und die schreibende Hand
sie lebten in einem sehr engen Verband.
Das Herz fühlte Zeilen und gab sie schnell weiter,
der Kopf nahm sie auf, mal ernst und mal heiter,
befahl dann der Hand, dieses nieder zu schreiben,
um sie dann dem Fundus schnell einzuverleiben.

floravonbistram

Bild könnte enthalten: Text

#Herbst #Blätter




Wie faltige Wangen aneinandergeschmiegt
rollen sich die welken Blätter ineinander
und im Sonnenstreichel-Abschied
lauschen sie auf die leisen Stimmen
die das Ahnen des kommenden Neuerstehen
sanft raunend durch die Welt tragen


floravonbistram 1996

#Dokumente #AltePapiere #AlteBriefe

Erinnerungen

Die alten Blätter rascheln mürb in meinen Händen,
wenn  ich sie sorgsam als Geschichtsbild niederleg,
sortiere, lese, staune über ihr Verwenden
in einer  längst vergang‘nen Zeit und ich entschweb

in fremde Räume, Städte und auch in Gedanken,
der Menschen, deren Briefe ich gespannt nun las
und leise öffnen sich mir die Jahrhundertschranken.
So Vieles find ich, das man lange schon vergaß.

Von Liebe, Freunden und von Krieg, der Angst entfesselt,
der vielen Menschen nimmt der Heimat Lebensort.
Sie flüchten laufend, fahrend - eh sie eingekesselt.
Der Sehnsucht Lieder tragen sie im Herzen  fort.

Ganz liebevoll umfange ich die Post der Ahnen,
behutsam glättend streicht  noch einmal meine Hand
die knitterigen  und schon sehr vergilbten Bahnen,
auf deren Spur ich die Vergangenheiten fand.



FloravonBistram