#Sommerabschied



Verwehter Sommer

Die gewohnten Gesänge

der Vogelscharen verstummen.

Die ersten Blätter

tragen einen kleinen Farbenschal.


Ein Hauch von Abschied

liegt in der Luft.

Von weit leuchtenden

abgeernteten Feldern verweht

der Hauch des reifen Korns.


Zu früh tauscht der Sommer

sein kunterbuntes Kleid,

um es zu behängen

mit den ruhigen, besinnlichen

Farben des sinnlichen Vergehens.


Streichelweiche Sonnenfinger

lassen die Wärme tief unter die Haut

und die Seele will noch singen.



floravonbistram 2006






#Heimat #MeinZuhause



Ich bin zu Hause

Abseits der Stadt, fern von ihrem Lärm
habe ich den Platz für mich gefunden,
an dem ich einst vergehen möchte
Dies wurde meine Heimat, mein Zuhause,
auf diesem Hügel vor dem Wald
mit Blick über Gärten, Dächer und Felder.

Als Kinder fühlten wir uns zu Hause,
wo die Eltern und Geschwister waren,
wenn die Freunde zum Spielen riefen,
in den Wiesen und Wäldern um uns.
Wie oft wurden wir herausgerissen
aus den uns vertrauten Kreisen,
mussten uns immer neu eingewöhnen.

In unserem Land gab es viele Plätze,
in denen ich einen kleinen Hort fand,
doch zu oft wurde ich weitergetrieben,
konnte nie richtig Wurzeln schlagen,
verlor Freunde und Vertrautes,
kämpfte mich immer wieder durch.

Hier ist nun mein Leben, meine Familie.
unser Heim, unser  Haus, unser Sein.
Ich kenne Bäume, Sträucher, Blumen.
Sie zu säen und zu pflanzen, zuzusehen
wie sie wuchsen und gediehen
machte diesen Platz zu meiner Heimat.

Hier will ich sein, hier will ich bleiben
bis ich eines Tages gerufen werde,
meinen neuen Platz einzunehmen
jenseits von Begehren und Wünschen,
nur mit der absoluten Gewissheit:
Dies ist die Heimat meiner Seele.


floravonbistram







Manchmal bin ich gern allein


Manchmal bin ich gern allein, 
ruhe in mir, leicht und still,
träumen ist es, was ich will,
tausend Dinge fall’n mir ein.

Manchmal sitz ich neben dir
will dir einfach nahe sein,
denn du nimmst mein Fühlen ein,
lächelnd schaust du dann zu mir.

Manchmal fühle ich mich gut,
wenn mich die Gedanken küssen
und wir gar nicht reden müssen,
versteh‘n uns ohne Worteflut.

Manchmal werde ich dann wach,
du warst nur in meinem Traum,
leise weht der Wind im Baum
und das Sehnen lässt nie nach.

floravonbistram 1977




#Erliebtmich - #Erliebtmichnicht




Ein Blumenmeer sprüht Freude durch den Garten
bedeckt sind längst der Erde braune Narben
Feinsliebchen aber will nicht länger warten
will weiter nicht nach Liebesschwüren darben
und sucht sich aus den wundervollen Arten
Margritenweiß heraus trotz aller sprühend Farben

Und aus der hellen Blumenkrone sacht
zieht Blütenblätter sie und fragt und lacht
denn auf ihr >liebt er mich< konnt sie bekunden
du hast das richt’ge Herz für dich gefunden.



floravonbistram Kanzonenversuch1981



#Liebe und #Leiden

Ein Schwingen ahnt sich durch das Fühlen
hellklopfend stimmt das Herz sein Lied
gedankenspringend küsst mich der Tag
und fängt mich glücklachend ein
Versinkend in Himmelsgeläute
seh ich ein wolkenloses Firmament
und möchte es rufen und singen und tanzen
Ich hab dich gefunden das Glück dieser Welt












Still still still
damit wir das Klopfen
unserer Herzen
hören können
Das Schwingen
des Gleichklangs
trägt uns und singt
gemeinsames Seelenlied
Es waren
nur Sekunden
blickaneinandergeschmiegt
atemgemeinsamholend
gefühlsaufblitzend
und wissend
es ist
Ich will träumen
mit dir schweigen
dich empfinden in jedem Lächeln
deine Hände fühlen allezeit
Gleiche Gedanken
halten uns umfangen
Empfindungen
hochpeitschend wie die See
wieder ruhig und glatt
wie ein Spiegel
in dem wir uns sehen
leuchtend ineinander verschlungen



Herz Schmerz Lust Leid Gemeinsam Einsam Lieben Verlassen Gewinnen Verlieren


Kalte Hände
würgender Griff
du bist gegangen
wortlos
Herzens-Tür fiel zu




















Du bist in der Stadt
das zwitschern die Spatzen von Dach
das flüstern die Nachbarn
das klopft mein Herz
In der Stadt
mit ihr
nicht bei mir


Gib mir die Sicherheit
deiner Liebe
deiner Gefühle
für einen Augenblick
der Ewigkeit
Liebe mich
so wie ich bin




Löffelchen kuscheln
dein Atem warm in meinem Nacken
Hände warm auf meinen Brüsten
Bauch an Rücken
Wärme und Begehren
Gemeinsames Atmen
atmen und fühlen

#Träume


Eisbecher mit Früchten


Ich bin ja so langweilig

Ich mag gar nichts Süßes, nicht Kuchen und Torten,
den Alkohol kann ich zum Glasputzen horten,
War niemals betrunken, stets Herr meiner Taten
und musste auch niemals „Wo bin ich“ erraten.
Hab niemals genussvoll dem Tabak gehuldigt,
mich stets nur für mancherlei Mankos entschuldigt.

Doch würzig und sauer, mit Kräutern, den bitter‘n
lässt mich immer wieder vor Wollust erzittern.
Doch halt, liebe Freunde, es fällt mir was ein,
ein Eis ohne Schoko - das darf es mal sein.
Am liebsten ganz fruchtig, mit Früchten verziert
und dann noch mit Fruchtsoße –sauer- garniert



floravonbistram 1997








Foto http://www.milch-bar-pinguin.de/wp-content/themes/milchbar-pinguin/uploads/inhalte/teaser-eisbecher.jpg

#Liebe #Erinnerung




Die Rosen in deiner Hand
umwunden von einem Band
und auf dem Band steht Liebe

Die Rosen dort auf dem Tisch
sie sind schon lang nicht mehr frisch
und das Band ist zerschlissen

Die Rosen und deine Hand
das verlorene Band
Erinnerungen…ganz ganz ferne



floravonbistram 1969





Zärtlichkeit




#Sonnenaufgang erleben




Sehen, wie aus tauschimmernden,
mit Nebelschwaden verhängten
Tälern Farben aufsteigen,
die in schillernder Mischung
weltverzaubernd das grau-dunkelblau
des verschwimmenden Nachthimmels
 in Gelb-Orange-Rosa-Rot tauchen.

Vogelgesang hören, der sich
mit zärtlichen Melodien in mein
aufnahmebereites Herz schmeichelt.
Samtweiche Luft, die mich einhüllt
und in das Leben wieder freigibt.

Der frühe Morgen küsst
meinen beginnenden Tag.
Ein Erleben, als wäre es der Tag
der Erschaffung der Welt.


floravonbistram 2001


#Vulkanausbruch #Krakatau



Wolken jagen sich in Weiten,
Blitze zucken durch die Nacht,
Donner grollt in Finsterzeiten,
Angst der Menschen ist erwacht.

Der Vulkan beginnt zu beben,
wird die Siedlungen vernichten,
und sie laufen um ihr Leben,
müssen auf ihr Heim verzichten.

Alle stürmen durch die Gassen,
jeder zittert, weint und schreit,
zu den Booten drängen Massen,
einz’ge Hoffnung weit und breit.

Wer jetzt stürzt, ist ganz verloren,
Panik tritt was liegt gleich tot,
Schreie treffen taube Ohren,
jeder sieht nur seine Not.

Asche wirft auf  alles Schatten,
Feuer frisst sich durch das Land,
zeichnet rot die grünen Matten,
zeigt vernichtend seine Hand.

Gellend tönen ihre Klagen,
doch das stoppt die Lava nicht,
nach der Zukunft flehen Fragen,
stumm erträgt man dieses nicht.

Und vom Meer aus seh`n sie schwinden
ihren Lebensraum, ihr Tal,
müssen neue Wege finden,
haben keine and’re Wahl.


floravonbistram 1988

Geschrieben nachdem ich den Film (von 1969) 

über den Ausbruch des Krakatau 1883 gesehen habe





An 1883 edition of Harper's Weekly shows Krakatau 
as it was before its immense eruption in August of that year.
 Two-thirds of the island collapsed into the sea after the explosion.
Photograph by Corbis

#Abschied #Tod

Für meinen Freund

Die Welt wird leiser um dich her,
die Nacht verdunkelt Land und Meer.
Ermattet ausruh‘n von dem Leben
könnt deiner Seele Ruhe geben.

Sieh, wie das Weltenlicht nun weicht,
die Hand des Friedens dich erreicht,
es schwindet ganz das Jetzt und Hier
und tausend Lichter leuchten dir.

Sie führen dich aus diesem Weh,
so trenn dich leicht und freudig  - geh.
Es zieht dich in den hellen Schein,
dort kannst du ohne Schmerzen sein.

Und zeigt uns dann das Morgenrot
der Tag ist hell, vorbei die Not.
Es leuchtet sanft als Freundesgruß,
geschickt von dem, der gehen muss.



floravonbistram 2016


Die Becher geleert



Die Becher geleert  und  die Liebe getrunken-
gemeinsam in goldenem Rausche versunken.
Doch lange schon welken die Blätter,
die Blätter der Rosen.

In Wolken geschwebt und die Berge erklommen,
die Meere der Freuden gemeinsam durchschwommen.
Doch längst schon entflogen die Tauben,
die Tauben des Friedens.

Die Sterne gezählt und die Küsse gegessen,
die Welten der Träume geteilt und besessen.
Doch lange schon rinnen die Tränen,
die Tränen des Abschieds.

Das Sehnen gefühlt und voll Hoffnung geblieben,
den Glauben an uns in die Sonne geschrieben,
doch zu lange schon trennen uns Welten,
die Welten des Verstehens.


Den Kummer getragen, zu lange verborgen,
ich hab mich getrennt, schaue freudig auf morgen.
Denn viel zu tief gingen die Brüche,

die Brüche des Vertrauens.


floravonbistram 1994



#Hildesheim im Sommer 2016

#Sommerwiese

Unsre Stadt schenkt Blütenwiesen
wie wir’s lange nicht gesehen,
voller Freude bleiben Menschen
vor der Sommerpracht still stehen.

Sie erinnern an die Zeiten,
als die Wiesen stets so blühten
großes Glück und Dankbarkeiten
in der Bürger Herzen glühten.

Hummeln, Bienen, Schwebefliegen
tauchen in die Vielfalt ein,
taumelnd sich im Nektar wiegen,
pollenschwer ein jedes Bein.

Danke für das Glück der Farben,
das ihr heuer uns geschenkt,
hoffend, dies nun stets zu haben,
dass ihr jährlich nun so denkt.


floravonbistram 2016




#Himmel und #Meer


Umfasset mich, Wellen des Meeres.
Kühlet die Hitze meiner Leidenschaft,
spült die heißen Tränen der Enttäuschung,

mildert das pochende Verlangen meiner Lenden.

Tragt mich, Schwestern des Ungestüms.
Haltet mich fest im Traum des ewigen Fließens.
Werft mich nicht an das Land der Erkenntnis,
der bitteren Einsicht und der dunklen Vorwürfe.

Großes Wasser, geliebte Mutter des Seins
gib ab von deiner Macht und trage mich empor
im lustvollen Auf und Ab deiner kraftvollen Arme,
dahin gleitend, prickelnd wie die Schaumkronen.

In deinem Spiegel schaue ich den Himmel.
Erkenne mich selbst in dem Veränderlichen,
in dem Hell und Dunkel, dem Hoch und dem Tief.
Danke Meer, danke Himmel, ich fand zu mir.


floravonbistram 1998


Unsere #Kater




Sie sind Streuner, unsre Kater,
die den Freigang so sehr lieben.
Jerry, das ist unser Smarter,
schon als Baby zum Verlieben.

Nigel, scheu und sehr verhalten,
langsam nur Vertrauen fasst,
er lässt meistens Vorsicht walten,
doch nie Streichelzeit verpasst.

Kommen nur, wenn sie auch wollen,
fressen hier an allen Tagen
mögen lieber draußen tollen,
Bäume klettern, Mäuse jagen.

Doch wenn Winters Kälte beißt,
Schnee hüllt unsre Welt hier ein,
auch ihre Stromerlust vereist,
dann kommen sie zum Kuscheln  rein.

fvb 2008





Gedanken wie Wolken



Ich höre so oft diese schwächenden Klagen,
wie Leidende täglich Erlösung erfragen
und die niemand wirklich versteht.
Möcht‘ tröstende Worte so gern ihnen senden,
um Kummer und Sorgen in Freude zu wenden,
wie oft hab ich Hilfe erfleht.

Gedanken wie Wolken im Winde sich wiegen,
mein Sehnen versucht dann mit ihnen zu fliegen.
Es formt sich der Wunsch zum Gebet,
dass sich meine Hoffnung und Träume verbinden,
eintauchend ins Jenseits die Heimat einst finden,
wo Schwere und Leiden verweht.


floravonbistram 1999


#Regen



Ich höre Schmatzen, Schlürfen, Schlucken,
und sehe ausgedörrte Erde-
auf dass sie wieder fruchtbar werde –
beim Trinken voller Wollust zucken.

Sich biegend danken Büsche, Bäume
im Regentanz mit warmen Winden,
dass sie zum Leben wiederfinden.
Es flutet alle Lebensräume.

Nicht jeder singt vor Lust beim Regen
für manchen bringt er Not und Leid,
doch sollten wir stets daran denken,

dass wir Natur zu oft verrenken,
verleihen ihr ein neues Kleid,
und meistens nicht zu unserm Segen.


floravonbistram



#Herz im #Sturm



So stürmisch wie da draußen,
so sieht mein Inn`res aus,
ein Toben und ein Brausen,
als wollt` etwas hinaus.

Ich denk, könnt ich jetzt schreien,
dass` von den Wänden hallt,
es  würd mein Herz befreien,
ich fühlt mich leichter bald.

Doch Schrauben an den Lippen
die hindern mich daran,
ich muss es mir verbitten,
in mir tobt ein Vulkan.

Will mich im Wald jetzt stärken,
damit es nicht mehr brennt,
und keiner wird`s bemerken,
der mich nicht wirklich kennt.

FvB 1993