#Gedichtefloravonbistram, poesiefloravonbistram, #ausgewähltegedichte-floravonbistram
Eisbecher mit Früchten
Ich bin ja so langweilig
Ich mag gar nichts Süßes, nicht Kuchen und Torten,
den Alkohol kann ich zum Glasputzen horten,
War niemals betrunken, stets Herr meiner Taten
und musste auch niemals „Wo bin ich“ erraten.
Hab niemals genussvoll dem Tabak gehuldigt,
mich stets nur für mancherlei Mankos entschuldigt.
Doch würzig und sauer, mit Kräutern, den bitter‘n
lässt mich immer wieder vor Wollust erzittern.
Doch halt, liebe Freunde, es fällt mir was ein,
ein Eis ohne Schoko - das darf es mal sein.
Am liebsten ganz fruchtig, mit Früchten verziert
und dann noch mit Fruchtsoße –sauer- garniert
floravonbistram 1997
Foto http://www.milch-bar-pinguin.de/wp-content/themes/milchbar-pinguin/uploads/inhalte/teaser-eisbecher.jpg
#Liebe #Erinnerung
Die Rosen in deiner Hand
umwunden von einem Band
und auf dem Band steht
Liebe
Die Rosen dort auf dem Tisch
sie sind schon lang nicht
mehr frisch
und das Band ist
zerschlissen
Die Rosen und deine Hand
das verlorene Band
Erinnerungen…ganz ganz
ferne
floravonbistram 1969
#Sonnenaufgang erleben
Sehen, wie aus
tauschimmernden,
mit Nebelschwaden
verhängten
Tälern Farben aufsteigen,
die in schillernder
Mischung
weltverzaubernd das
grau-dunkelblau
des verschwimmenden
Nachthimmels
in Gelb-Orange-Rosa-Rot tauchen.
Vogelgesang hören, der sich
mit zärtlichen Melodien in
mein
aufnahmebereites Herz
schmeichelt.
Samtweiche Luft, die mich
einhüllt
und in das Leben wieder
freigibt.
Der frühe Morgen küsst
meinen beginnenden Tag.
Ein Erleben, als wäre es
der Tag
der Erschaffung der Welt.
floravonbistram 2001
#Vulkanausbruch #Krakatau
Wolken jagen sich in Weiten,
Blitze zucken durch die Nacht,
Donner grollt in Finsterzeiten,
Angst der Menschen ist erwacht.
Der Vulkan beginnt zu beben,
wird die Siedlungen vernichten,
und sie laufen um ihr Leben,
müssen auf ihr Heim verzichten.
Alle stürmen durch die Gassen,
jeder zittert, weint und schreit,
zu den Booten drängen Massen,
einz’ge Hoffnung weit und breit.
Wer jetzt stürzt, ist ganz verloren,
Panik tritt was liegt gleich tot,
Schreie treffen taube Ohren,
jeder sieht nur seine Not.
Asche wirft auf
alles Schatten,
Feuer frisst sich durch das Land,
zeichnet rot die grünen Matten,
zeigt vernichtend seine Hand.
Gellend tönen ihre Klagen,
doch das stoppt die Lava nicht,
nach der Zukunft flehen Fragen,
stumm erträgt man dieses nicht.
Und vom Meer aus seh`n sie schwinden
ihren Lebensraum, ihr Tal,
müssen neue Wege finden,
haben keine and’re Wahl.
floravonbistram 1988
Geschrieben nachdem ich den Film (von 1969)
über den Ausbruch des Krakatau 1883 gesehen habe
An 1883 edition of Harper's Weekly shows Krakatau
as it was before its immense eruption in August of that year.
Two-thirds of the island collapsed into the sea after the explosion.
Photograph by Corbis
#Abschied #Tod
Für meinen Freund
Die Welt wird leiser um dich
her,
die Nacht verdunkelt Land
und Meer.
Ermattet ausruh‘n von dem
Leben
könnt deiner Seele Ruhe
geben.
Sieh, wie das Weltenlicht
nun weicht,
die Hand des Friedens dich
erreicht,
es schwindet ganz das Jetzt
und Hier
und tausend Lichter
leuchten dir.
Sie führen dich aus diesem
Weh,
so trenn dich leicht und
freudig - geh.
Es zieht dich in den hellen
Schein,
dort kannst du ohne Schmerzen
sein.
Und zeigt uns dann das
Morgenrot
der Tag ist hell, vorbei
die Not.
Es leuchtet sanft als
Freundesgruß,
geschickt von dem, der
gehen muss.
floravonbistram 2016
Die Becher geleert
Die Becher geleert und die
Liebe getrunken-
gemeinsam in goldenem
Rausche versunken.
Doch lange schon welken die
Blätter,
die Blätter der Rosen.
In Wolken geschwebt und die
Berge erklommen,
die Meere der Freuden gemeinsam
durchschwommen.
Doch längst schon entflogen
die Tauben,
die Tauben des Friedens.
Die Sterne gezählt und die Küsse
gegessen,
die Welten der Träume
geteilt und besessen.
Doch lange schon rinnen die
Tränen,
die Tränen des Abschieds.
Das Sehnen gefühlt und voll
Hoffnung geblieben,
den Glauben an uns in die
Sonne geschrieben,
doch zu lange schon trennen
uns Welten,
die Welten des Verstehens.
Den Kummer
getragen, zu lange verborgen,
ich hab mich
getrennt, schaue freudig auf morgen.
Denn viel zu tief
gingen die Brüche,
die Brüche des
Vertrauens.
floravonbistram 1994
#Hildesheim im Sommer 2016
#Sommerwiese
Unsre Stadt schenkt Blütenwiesen
wie wir’s lange nicht gesehen,
voller Freude bleiben Menschen
vor der Sommerpracht still stehen.
Sie erinnern an die Zeiten,
als die Wiesen stets so blühten
großes Glück und Dankbarkeiten
in der Bürger Herzen glühten.
Hummeln, Bienen, Schwebefliegen
tauchen in die Vielfalt ein,
taumelnd sich im Nektar wiegen,
pollenschwer ein jedes Bein.
Danke für das Glück der Farben,
das ihr heuer uns geschenkt,
hoffend, dies nun stets zu haben,
dass ihr jährlich nun so denkt.
floravonbistram 2016
#Himmel und #Meer
Umfasset mich, Wellen des Meeres.
Kühlet die Hitze meiner Leidenschaft,
spült die heißen Tränen der Enttäuschung,
mildert das pochende Verlangen meiner Lenden.
Tragt mich, Schwestern des Ungestüms.
Haltet mich fest im Traum des ewigen Fließens.
Werft mich nicht an das Land der Erkenntnis,
der bitteren Einsicht und der dunklen Vorwürfe.
Großes Wasser, geliebte Mutter des Seins
gib ab von deiner Macht und trage mich empor
im lustvollen Auf und Ab deiner kraftvollen Arme,
dahin gleitend, prickelnd wie die Schaumkronen.
In deinem Spiegel schaue ich den Himmel.
Erkenne mich selbst in dem Veränderlichen,
in dem Hell und Dunkel, dem Hoch und dem Tief.
Danke Meer, danke Himmel, ich fand zu mir.
floravonbistram 1998
Unsere #Kater
Sie sind Streuner, unsre Kater,
die den Freigang so sehr lieben.
Jerry, das ist unser Smarter,
schon als Baby zum Verlieben.
Nigel, scheu und sehr verhalten,
langsam nur Vertrauen fasst,
er lässt meistens Vorsicht walten,
doch nie Streichelzeit verpasst.
Kommen nur, wenn sie auch wollen,
fressen hier an allen Tagen
mögen lieber draußen tollen,
Bäume klettern, Mäuse jagen.
Doch wenn Winters Kälte beißt,
Schnee hüllt unsre Welt hier ein,
auch ihre Stromerlust vereist,
dann kommen sie zum Kuscheln rein.
fvb 2008
Gedanken wie Wolken
Ich höre so oft diese schwächenden Klagen,
wie Leidende täglich Erlösung erfragen
und die niemand wirklich versteht.
Möcht‘ tröstende Worte so gern ihnen senden,
um Kummer und Sorgen in Freude zu wenden,
wie oft hab ich Hilfe erfleht.
Gedanken wie Wolken im Winde sich wiegen,
mein Sehnen versucht dann mit ihnen zu fliegen.
Es formt sich der Wunsch zum Gebet,
dass sich meine Hoffnung und Träume verbinden,
eintauchend ins Jenseits die Heimat einst finden,
wo Schwere und Leiden verweht.
floravonbistram 1999
#Regen
Ich höre Schmatzen, Schlürfen, Schlucken,
und sehe ausgedörrte Erde-
auf dass sie wieder fruchtbar werde –
beim Trinken voller Wollust zucken.
Sich biegend danken Büsche, Bäume
im Regentanz mit warmen Winden,
dass sie zum Leben wiederfinden.
Es flutet alle Lebensräume.
Nicht jeder singt vor Lust beim Regen
für manchen bringt er Not und Leid,
doch sollten wir stets daran denken,
dass wir Natur zu oft verrenken,
verleihen ihr ein neues Kleid,
und meistens nicht zu unserm Segen.
floravonbistram
#Herz im #Sturm
So stürmisch wie da draußen,
so sieht mein Inn`res aus,
ein Toben und ein Brausen,
als wollt` etwas hinaus.
Ich denk, könnt ich jetzt schreien,
dass` von den Wänden hallt,
es würd mein Herz befreien,
ich fühlt mich leichter bald.
Doch Schrauben an den Lippen
die hindern mich daran,
ich muss es mir verbitten,
in mir tobt ein Vulkan.
Will mich im Wald jetzt stärken,
damit es nicht mehr brennt,
und keiner wird`s bemerken,
der mich nicht wirklich kennt.
FvB 1993
Es liegt ein Grüßen in der Luft
Es liegt ein Grüßen in der Luft,
das uns verwirrt und tief berauscht.
Päonien- und Rosenduft
die Welt ins
Paradies uns tauscht.
Aus Wald und Wiesen trägt der Wind
des Sommers Hauch in unser Sein.
Voll Leichtigkeit, wie einst als Kind,
glücktaumelnd wie vom süßen Wein,
so tanze ich, nicht damenhaft,
egal wer was da von mir denkt.
Wie dankbar bin ich jener Kraft
die mir die sieben Sinne schenkt.
floravonbistram
#Erinnerungen #bittersüß
Haut auf Haut
Wärme
lässt mein Nein schmelzen
wie Pralinen in der Sonne
Die Spuren werden
wie die Wärme vergehen
So wird die Erinnerung
bittersüß
floravonbistram 1978
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