#HARMONIE, #ECHO DER #STILLE!

 

HARMONIE, ECHO DER STILLE!

Die Stille ist ein guter Freund,
in der man Sonnenstrahlen fängt.
Und hörst du auch kein einzig’s ´Wort,
nur wenig gibt’s, das dich beengt.

Viel Schönes lebet fort in ihr,
all die vergangen schönen Stunden,
die einst im Leben man gefunden,
umkränzte sie auch manches Leid.

Die Seele ist ja so bereit,
all ihre Leiden zu vergessen,
um alles, was sie einst besessen,
hinzugeben - sanften Freuden.

In ihr lebt jene stille Kraft,
die immer neue Wunder schafft,
in der sie bleibt, die Harmonie,
gegeben dir, du weißt nicht – wie.

Viel Farben ineinander gleiten,
angeschmiegt hinüberleiten,
in ein wundersames Spiel
und ein neues Ganzes werden.

Welche Lust auf dieser Erden!

 

1985



EIN WEITER WEG!

 

EIN WEITER WEG!

Der Weg,
der hoch über den Wolken
zu den Sternen führt,
ist beschwerlich und lang,
wenn deine Flügel erlahmen.

Es ist der weite Weg
zu den Unsichtbaren,
den gestrengen
und doch
so liebenswerten Wesen,
die uns manchmal nahe sind.

Wohnt es
über den Sternen,
das hellste Licht, das wir erahnen,
dessen Glut uns blendet,
und sind es die Engel,
die uns
vor seiner erhabenen Macht schützen,
damit wir nicht erblinden?

Sehr weit und lang ist der Weg,
der über den Sternen zum Licht führt.

Unendlich weit!


floravonbistram




Dunkler #Herbsttag

 

Dunkler Herbsttag

Himmel voller Wolkendunkel-
in den Fenstern Lichtgefunkel.!
Regen rinnt von allen Dächern,
Fensterschutz vor den Gemächern!

Plitscheplatsch machts in der Tonne.
Fass läuft über, welche Wonne!
Garten feiert Wasserfest.
Vogel hockt im dichten Nest.

Sonne stört das Nebeldicht,
hält die Hände vor’s Gesicht,
mag nicht auf die Erde schauen.
Gänsehaut und Kälteschauern!

In der Stube kalte Füße-
schicken herbstlich stille Grüße,
möchten sich im Bett verstecken,
schlüpfen unter warme Decken.

Genug! Genug!
Komm, Wärmekrug -
wirst mir noch warme Stunden gönnen,
wo die Gedanken ruhen können.

floravonbistram



GRAUE UND HELLE TAGE


GRAUE UND HELLE TAGE

Im Strom der Zeit vergehen unsre Tage.
Der Uhren Gleichmaß stehet niemals still.
An jedem Tag erreicht uns neue Frage-
und keiner weiß, wie's weitergehen will.

Die schönsten Stunden können wir nicht halten.
Sie flüchten wie das Glück, das wir gelebt.
Wir möchten gern die Zukunft neu gestalten
und sind doch in ein Muster eingewebt.

Und trotzdem ist ein Gutes uns geblieben
ein freier Geist, der manche Stunde lenkt,
und können wir so manches auch nicht lieben,
viel stilles Freuen wird uns doch geschenkt.

Was einmal war, sind jetzt Erinnerungen,
die traurig machen und zugleich erfreun.
Ist eines Reifens Glück in dich gedrungen,
kann dich ein Falsches nicht mehr sehr gereun.

Wir leben gegenwärtig - das immer neue Heute,
das uns belebt und unsren Hunger stillt-
und denken abends, was uns heute freute,
oft auch der Leidenden man still gedenkt.

floravonbistram







#Wintersonne #Winter #Kälte #Frost #Einsamkeit #Hoffnung

 Wintersonne

Wenn in dunklen Wintertagen
die Gedanken traurig wandern
und es fängt dich Jammern, Klagen,
höre auch mal auf die Andern.
Wenn die Einsamkeit will lähmen,
jeder Tag nur traurig winkt,
und wenn alle gute Laune
unter einen Tiefstpunkt sinkt,
öffne doch nur Herz und Augen,
Ohren, Fühlen, alle Sinne,
schau und lausche. Lass nicht rauben
dir des Frohsinns leise Stimme.
Plötzlich reißen auf die Wolken,
geben etwas Himmel frei,
lassen Kummer so entfliehen,
Dunkel wird nun einerlei.
Helle Wintersonnenstrahlen
streicheln dich und dein Gemüt.
Fühl, wie damit große Stärke
auch in dir ganz still erblüht.
Sie erfüllen deine Seele,
bringen Licht und Hoffnung mit,
geben Kraft und darum wähle
Lächeln, halte mit der Sonne Schritt.
floravonbistram 1996



#Mensch #Penner #Mitgefühl #Bank

 

Mensch

 

Ein Mensch liegt dort auf jener Bank,

auf dem sich sonst die Pärchen küssen.

Er starrt vor Schmutz und den Gestank,

wird man ganz einfach dulden müssen,

 

wenn man ihm Beistand geben will.

Die Haut fast grau, verfilzt das Haar

und die Klamotten aus dem Müll.

Nichts zeugt von dem, der er mal war.

 

Oh bitte, ja, dreht euch nur weg,

mag es euch niemals so ergehen.

Doch wir, wir bauen einen Steg

voll Mitgefühl und voll Verstehen.

 

© Flora von Bistram 2002




#Advent #Adventszeit

 Die Zeit der Stille

und der Lichter des Gedenkens
an eine Zeit, die so lange zurückliegt.
Advent
Adventus Domini, Ankunft des Herrn
Doch auch für Menschen,
die nicht- oder andersgläubig sind,
ist es,
bedingt durch das Ruhen der Natur,
die Zeit der Stille,
die Zeit der Zauber,
der Kindheitserinnerungen.
Eine frohe Adventszeit wünscht

floravonbistram



Deine Seele schwingt im Schweigen #Seele #Harmonie #Schweigen

 Deine Seele schwingt im Schweigen,

öffnet sich der Harmonie,
wenn Gedanken rein sich zeigen
klingt Natur als Melodie.
Darum öffnet eure Herzen,
für das Helle, Klare gern,
mit dem Licht der Stille-Kerzen
haltet ihr das Dunkel fern.
floravonbistram1995





Die Buchen stehen kahl im Wald #Winter #Schnee #Eis

 


Die Buchen stehen kahl im Wald,

sind eingehüllt in Schnee und Eis,

nur schemenhaft man Bäume sieht,

denn rundherum ist alles weiß.

 

Die Wolken sind heut mundgehaucht,

verzaubern unsre ganze Welt.

Wie aus der Eiszeit aufgetaucht

erscheint das ganze Himmelszelt.

 

Die Kälte hat uns eingehüllt,

das Glitzern leuchtet sphärenweit.

Wir sind vom Winterglück erfüllt,

genießen diese Wunderzeit.

 

floravonbistram 1998




Ich will leben #Krebs

 

Ich will leben

 

Ich laufe barfuß durch die Feuer,

die Seelenqualen hell entfacht,

und schnaubend folgt das Ungeheuer

mir in den Schlaf der ersten Nacht.

 

Ich rufe nein, ich will mich wehren,

ich lasse mich nicht auf dich ein,

du kannst mich noch so sehr begehren,

niemals wirst du dem Tod mich weih‘n.

 

Ich kämpfe Schlachten auf die Weise,

die ich schon lange praktiziere.

Natur bestimmt die lange Reise,

damit ich nicht den Kampf verliere.

 

Ich traue meinen Lebenskräften,

vertraue auf so manches Kraut,

lass mir „unmöglich“ nicht anheften,

auch wenn so mancher skeptisch schaut.

 

Und dann, dann spüre ich das Leben,

das kraftvoll wieder mich durchdringt,

ich danke für das gütig‘ Weben,

das warm und klingend in mir singt.

 

floravonbistram 1991

nach der Diagnose Gebärmutterhalskrebs

den letzten Vers schrieb ich ein Jahr später, als alles überstanden war.




Dunkle Zeit

 


Dunkle und so graue Zeit?

Nein, die hellen Kerzenlichter

zaubern Schein in die Gesichter,

Weihnachten ist nicht mehr weit.

 

Stille durch die Fluren schwingt,

in sich ruhen jetzt die Wälder,

aufgebrochen braun die Felder,

auch kein einz'ger Vogel singt.

 

Und so versteht es die Natur,

Kraft zu sammeln in der Ruh'.

Drum verharr auch einmal DU

gönn dir die Besinnung pur.

 

 

floravonbistram




Letzte Rose im Garten

 

Letzte Rose in dem Garten

trägst den Schneekranz voller Stolz

Blütenblätter, diese Zarten,

zaubern Licht ans alte Holz.

 

Winterwind droht dich zu beugen,

doch du strahlst in vollem Rot,

als würd alles davon zeugen,

du entrinnst dem Kältetot.

 

Doch kein Laub wird dir mehr nützen,

Bäume, Büsche sind schon kahl.

Ich versuche dich zu schützen,

wie so viele, viele mal.

 

Heute strahlt die Wintersonne,

sie schenkt uns kristallnen Glanz,

letzte Rose, welche Wonne,

schenk mir deinen letzten Tanz.

 

floravonbistram










# Rose

 Rose

Ach wie oft zuckt meine Hand,
greift stets zu der Rosenschere,
denke, wie so wunderschön
Rose in der Vase wäre.
Fast hab ich sie schon geschnitten,
doch dann seh ich in Gedanken
meine Rose sehr bald sterben,
komme dadurch doch ins Wanken.
Rose mein, ich lass dich stehen
an dem Strauch lebst du erst auf,
kann dich dort auch blühen sehen,
freu mich täglich wieder drauf.
floravonbistram 1997



#DieblaueBlume #Blume #Hoffnung #Zuversicht #Poesie #Symbol

 

Die blaue Blume

 

Die Sehnsucht nach Liebe sie lebt in uns allen,

wir streben im Innern nach Unendlichkeit,

ersehnen die Ferne und finden im Wandern

auf Wiesen, in Feldern ein blaues Symbol.

 

Die Blume, die Blaue fand ich in den Weiten,

sie leuchtet von ferne und singt Poesie.

Sie kündet von Hoffnung und schließt so die Wunden,

die uns einst geschlagen… denn Liebe stirbt nie.

 

floravonbistram








Licht und Schatten

Licht und Schatten 

 

Hinter Fenstern tanzen Schatten

fahles Licht weist mir den Weg

Falter fliegen wirr an Lampen

werden still daran verglühn.

 

Marktplatz - düster, ohne Leben,

grinsend turnen Hausgesichter.

Blumen liegen welk, zertreten

unser Brunnen schimmert grün.

 

Und das Sehnen ist Begleiter,

Tag und Nacht gehn Hand in Hand,

rabendunkle Du-Gedanken

lassen nicht den Himmel sehn.

 

Dann, von fern ein kleines Stimmchen

ruft und klagt, es singt und lacht...

Nachtigall im Park des Lebens

lässt mich lächelnd stille stehn.

 

Ist es wohl dein Ruf von Jenseits,

der mich rüttelt, wach zu sein,

der mir winkt mit Klang und Farben,

die für uns am Wege blühn.

 

Nun wird auch der Himmel heller,

Sonne schiebt die Nacht hinweg.

Dankbar atme ich den Morgen,

denn das Leben ist doch schön.

 

FloravonBistram 1977





#Wir wollten #wolkenträume #meerschaum #muscheln

 Wir wollten

Wir wollten unsre Wolkenträume
der Sonne auf die Strahlen schreiben
und durch des Meeresschaumes Kronen
bei Vollmond in den Wellen treiben.
Wir wollten uns aus Lust und Liebe
den Leuchtturm wind- und sturmfest bauen
mit Muscheln eine Sandburg krönen
und Hand in Hand nach vorne schauen.
Wir wollten uns das Salz des Windes
gemeinsam von den Lippen küssen
und ohne lästig nachzufragen
des Anderen Gedanken wissen.
Wir wollten… ich höre mich nur weinen
Wir wollten… und du bleibst ewig stumm
Wir wollten… du wurdest mir genommen
Wir wollten… der Schmerz bringt mich fast um.
floravonbistram 1977



oh wilde flut

 

oh wilde flut

 

wilde flut der tränenträume

lösch die bilder, die uns quälen,

lass uns nicht mehr leichen zählen,

gib uns licht und lebensräume.

 

donnerhall der klagelieder,

die durch alle welten eilen,

milde hand soll sanft das heilen

was zerstört hier – immer wieder.

 

so viel bosheit der tyrannen,

so viel abgrundtiefes leid,

hüllt uns in das schwarze kleid,

das die bestien ersannen.

 

und wir weinen und wir fluchen,

hilflos irren wir umher,

stürzen uns ins helfermeer,

müssen nach der lösung suchen.

 

floravonbistram




#Oktober #Sonne #Oktobersonne #Herbst

 

Oktobersonne

 

Wenn wir jetzt spazieren gehen

ist die Welt bunt – wunderschön

malt der Herbst sich in das Wehen.

Noch umhüllt uns sanfter Fön.

 

Golden scheint Oktobersonne,

weil der Sommer Abschied singt,

färbt das Leben voller Wonne

wie der Herbst es nun bestimmt.

 

Es erleuchten warme Farben

bunt gemischt, getaucht in Gold,

selbst der dunkelgrüne Graben

sich davon den Abglanz holt.

 

 

Nicht mehr lange und es schweben

Blätter weg von Strauch und Baum,

singen ihren Song vom Leben:

Still, man hört sie wirklich kaum.

 

Und der Wind, der weht nun wilder,

treibt das Laub zum Wirbeltanz,

es entstehen Abschiedsbilder,

still verlöscht der Zauberglanz.

 

Wandelvolle Jahreszeiten,

die die Herzen warm berühren,

die uns lebenslang begleiten,

werden uns einst auch entführen.

 

 

floravonbistram