Wenn meine Welt zusammen fällt

 

Wenn meine Welt zusammen fällt

 

Wenn meine Welt zusammen fällt

kein gutes Wort mich mehr hier hält,

wenn alles Wollen nichts mehr schafft,

vorbei ist meine stete Kraft,

dann wird es Zeit, Ade zu sagen

und nicht nach dem Warum zu fragen.

 

Ob morgen - ob in welchem  Jahr -

dies immer ein Geheimnis war.

Doch vorbestimmt ist jedes Ende.

Ich falte still noch meine Hände

und danke für viel schöne Zeit.

Ich bin zum Gehen jetzt bereit.

 

floravonbistram



#Dank #Dankbar

 

Dankbar

 

Wir hatten überm Kopf ein Dach,

wir hatten satt zu essen,

wir hatten Kleidung und ein Bett,

das darf man nie vergessen.

 

Kartoffeln, Grießbrei und das Brot,

Gemüse aus dem kleinen Garten,

wir Kinder spürten keine Not,

gab es auch keine Braten.

 

Und Mutter nähte, trennte auf,

es gab noch viele alte Sachen.

Wir ribbelten die Wolle auf,

draus konnt‘ man Neues  machen.

 

Mit Oma strickte, webte sie,

und kleidete uns damit ein.

Wir sollten immer nett, adrett

und gut bekleidet sein.

 

Die meisten Menschen lebten so,

in jenen Jahren nach dem Krieg.

Das normal leben machte froh

uns war egal ein Waffensieg.

 

Wie viele Kinder war‘n verwaist,

so viele Frauen ohne Mann.

Und darum weiß ich, was es heißt

wenn man in Frieden leben kann.

 

floravonbistram 1988



Ich mag nie ohne #Liebe sein

 

Ich mag nie ohne Liebe sein

 

Ich mag nie ohne Liebe sein,

ganz tief in meinem Herzen drin,

egal, wie alt ich einmal bin,

gefühllos ist man ganz allein.

 

Möcht‘ sie verströmen auf die Welt,

auf Kinder, Einsame und Kranke,

wobei ich tief für alles danke,

was mir an Schönem wird gestellt.

 

Wie gerne will ich alles teilen,

mit denen, die in tiefen Nöten,

die täglich noch um Hilfe beten,

und doch in  ihrem Gram verweilen.

 

Nicht jeder hat die Kraft zu stehen,

wenn Schicksalswinde wanken lassen

und jedes Licht scheint zu verblassen,

sodass sie nur noch Dunkel sehen.

 

Ich will erhellen ihre Welten,

will ihnen meine Hand gern reichen,

die Sorgenfalten glättend streichen,

dass frohe Zeiten wieder gelten.

 

floravonbistram



#Novembertage #GraueTage

 

In diesen grauen Novembertagen

 

Nun leben wir in grauen Novembertagen,

in denen schwere, dunkle Stürme wehen.

Ich seh des Regens und des Windes Bräute,

die ihre reifbesetzten Kleider tragen,

beim Tanzen zu den Blumenelfen gehen,

um sie zu bitten, zurückzukehren heute

ins Haus des Lebens, in der Mutter Erde

und ruhen, bis ein neuer Frühling werde.

 

Dort können sie die Märchenträume weben,

die auch den Weg in unsre Herzen finden,

in dunklen Zeiten uns  voll Trost umschweben.

Wenn wir beim Kerzenscheine Kränze binden,

dabei die Weihnachtlieder fröhlich singen,

die Lichter stecken auf geschmücktes Grün,

wird Freude uns das Miteinander bringen,

soll Helligkeit in allen Lebensecken blühn.

 

Sehr schwer wird es für viele Erdenwesen werden,

wenn Winter unser Herz zu Eis gefrieren lässt,

wo die Verzweiflung Lebenshoffnung vieler Menschen

ganz gnadenlos wie eine faule Frucht zerpresst.

Wenn wütendes Gehabe dunkler Mächte

in jeden Winkel unsrer schönen Erde dringt,

dann kann allein uns jene Liebe retten,

die wir verströmen, die allen wieder Frieden bringt.

 

floravonbistram 1971






#Frei #Freiheit #Gedanken

 Frei

Ich schicke meine Gedanken,
die mich lähmen wollen,
mit den Wolken davon.
Bin ein Clown, ein Spieler und frei.
Mit dem Wind kann ich tanzen,
lasse ihn die Sorgen verwehen,
so fühle ich mich leicht.
Bin ein Vogel, ein Blatt und frei.
Wenn ich den Sonnentag umarme,
wird mir bis ins Herz warm,
es leuchten frohe Wünsche.
Bin ein Baum, eine Blume und frei.
Besinne ich mich auf das Leben,
fallen mir meine Träume ein,
sie formen sich zu Liedern.
Bin ein Sänger, ein Schreiber und frei.
Gebt mir eure Hände,
lacht und tanzt mit mir,
so bieten wir dem die Stirn,
das uns traurig, verzagt
und hoffnungslos machen will.
Wir sind Clowns, sind Spieler.
Wir sind Vögel, sind Blätter.
Wir sind Sänger, sind Leser.
Wir sind Schreiber, sind Tänzer.
Wir sind Träumer, sind Wissende.
Doch vor allen Dingen sind wir frei.
floravonbistram 1994



Mit den weißen Wolken


 Mit den weißen Wolken schweben,

 ja, das wünsche ich schon lang,

seit der Kindheit steigt das Sehnen,

immer wenn mein Herz so bang.

 

Möchte mit den Vögeln fliegen,

mit den Winden weiter zieh‘n,

alles Schwere hier vergessen,

vor dem Alltag einfach flieh‘n.

 

Über Berge, Wälder, Meere

würde mich mein Fühlen tragen,

jenseits aller Sorgen, Schmerzen,

fern von allen Menschenklagen.

 

Ganz, ganz tief in all mein Wünschen

dringt der Seele stilles Wort:

„Du erreichst mit deinen Träumen

mühelos schon jeden Ort.“

 

floravonbistram 1977




#Verwehen #LebenTod #Ende

 

Verwehen

 

Es ist ein Kommen und ein Gehen,

ein stetes Werden und Verwehen,

solange wir auf dieser Welt

ist uns kein Stehen zugesellt.

 

Ein jeder hat den eignen Weg,

mal hangelt er sich übern Steg,

mal springt er fröhlich, frisch und frei,

was kommen mag, ist einerlei.

 

Doch irgendwann wird man gehalten,

kann nicht mehr so wie vorher walten,

bemerkt erstaunt, es geht vorbei,

das Tanzen, Lieben, Tändelei

 

und auch das lange ernste Streben,

ein arbeitsames ehrlich Leben,

das Sorgen für der Andren Glück…

es ist vorbei, kommt nicht zurück.

 

So lasst uns still einfach nur danken,

und hoffen, wenn wir schwer erkranken,

dass eine Hand uns leise hält,

bis aller Ballast von uns fällt.

 

floravonbistram 














#Lebensherbstsonett #Leben #Herbst #Sonett

 

Lebensherbstsonett

 

Ein letztes Blatt dreht sich von dürren Zweigen,

das tanzend mit dem Wind von dannen zieht.

Mit Herbsteshauch erklingt das stumme Lied,

das die Natur geschrieben aus dem Schweigen.

 

Wir lassen Wünsche in den Himmel steigen,

vertrauen drauf, was immer uns geschieht.

Auch wenn die Lebenszeit zu schnell entflieht

entkommen wir niemals dem Wandlungsreigen.

 

Der Winter zeichnet bald schon unsre Wangen,

er wird es sein, der unser Wollen bricht,

doch reicht er uns sehr schnell die milde Hand,

 

weil alles Bangen stets ein Ende fand.

Denn aus dem Dunkel  leuchtet uns das Licht,

das wir ein Leben lang versuchten zu erlangen.

 

floravonbistram 2009




#Leben #Morgenrot #Erwachen

 

Leben

 

Wir wachen auf, schau‘n in den Morgen

und freuen uns am Himmelsrot.

Die Sonne lacht, klein werden Sorgen,

vergessen kurz des Lebens Not.

 

Gern wollen wir auf Gutes hoffen

und meinen, alles ist im Werden,

doch lässt das Schicksal alles offen.

Drum nehmt, was es euch bringt - das Leben.

 

floravonbistram1981




#Sommerende #Herbstbeginn #Elfenreigen #Kranichzug

 Der Sommer endet früh

Ich liebe bunte Blätterhaufen,
die wild der Wind zusammenfegt,
und tauche ein in tausend Farben,
die Sonne leuchtend auf sie legt.
Die Äste werfen Blattgold ab,
das munter tanzt und mich umfliegt.
Im Nebel tanzen Elfen Reigen,
ein Kranichzug nach Süden zieht.
Ich rieche gern des Herbstes Atem,
von Abschied und noch warmer Erde,
still möchte ich die Hände falten,
dank sei dem Schöpfungswort: Es Werde!
floravonbistram 1998





#Oktober #Sonne #Jahreszeiten


Oktobersonne
Wenn wir jetzt spazieren gehen
ist die Welt bunt – wunderschön
malt der Herbst sich in das Wehen.
Noch umhüllt uns sanfter Fön.
Golden scheint Oktobersonne,
weil der Sommer Abschied singt,
färbt das Leben voller Wonne
wie der Herbst es nun bestimmt.
Es erleuchten warme Farben
bunt gemischt, getaucht in Gold,
selbst der dunkelgrüne Graben
sich davon den Abglanz holt.
Nicht mehr lange und es schweben
Blätter weg von Strauch und Baum,
singen ihren Song vom Leben:
Still, man hört sie wirklich kaum.
Und der Wind, der weht nun wilder,
treibt das Laub zum Wirbeltanz,
es entstehen Abschiedsbilder,
still verlöscht der Zauberglanz.
Wandelvolle Jahreszeiten,
die die Herzen warm berühren,
die uns lebenslang begleiten,
werden uns einst auch entführen.
floravonbistram



Letztes Sommeratmen #Sommerende #Herbstbeginn #Herbst #Kraniche

 Letztes Sommeratmen

Der Morgen atmet Nebelschwaden
und Blätter färben sanft den Wald.
Ein Kranichzug zieht erste Kreise,
der Vögel Lieder sind verhallt.
Für Sommer endet nun sein Wirken,
auch wenn er noch mit Wärme winkt,
hellgolden strahlen schon die Birken,
im Nebel Wiesengrün versinkt.
September reicht dem Herbst die Hände,
die dieser lächelnd rot-bunt färbt
und bis zum späten Monatsende
sieht unser Wald aus wie gegerbt.
Die Spinnen zaubern – Perlennetze
verzieren schimmernd Strauch und Baum.
Altweibersommer birgt die Schätze,
gibt Sommerabschied Sehnsuchtsraum.
floravonbistram2001






#Eltern #Kinder #Familie #Wegbegleiter

 Eltern

Wir sind Wegbegleiter
unserer Kinder,
Halteseil über Abgründen,
solange sie uns brauchen,
doch wir müssen sie lehren,
frei zu fliegen,
sich zu entfalten
um ihren Lebensweg
ohne Krücken gehen zu können.
floravonbistram



#Septembermond #September #Mond

 

Septembermond

 

Wolkenhände umfassen dich,

umarmen deinen Kugelleib,

der eine Ahnung spiegelt

von atemberaubenden Fernen,

unbetretenen Galaxien

die das Auge nicht erreicht.

 

Entrückte Gedanken

umspinnen dein Dasein

mit, an Wünschen gekoppelten,

nichtigen Traumvorstellungen.

 

Wandelbar, dich immer wieder

in neuem Gewand darbietend

verzauberst du uns

und lässt uns Teppiche weben

aus Erinnerungen, Ahnungen

und Hoffnungen.

 

Silbern, golden, rosa, rot, gelb,  orange -

Farbenspiel -

Septembermond

 

floravonbistram2010









#Nacht #Vertrauen

 Lass dich von der Nacht umfangen




#Nacht #Obhut #Träume


Wenn die Nacht

 mit ihrem weiten Mantel

uns in Obhut nimmt

schließen wir die Augen

und hoffen auf Schlaf

Nicht jedem gegeben

Wachen und Träumen

so fließend


floravonbistram





 

 



#Fortschritt #Wissenschaft

 Fortschritt 


Fortschritt preist man aller Orten
setzet ihm ein Denkmal gar
schwärmt in höchsten Lobesworten,
dass der Fortschritt wunderbar. 

Fortschritt steht auf allen Seiten,
rauf und runter, hin und her.
An die vielen üblen Pleiten
denken viele gar nicht mehr. 

Weder an das Robbensterben,
noch an der Ozonschicht Loch.
Weiter für den Fortschritt werben
wird die Wissenschaft ja doch. 

Und wir werden uns verbeugen,
auch wenn Fortschritt abwärts lenkt,
wir die gläubig Zeiten- Zeugen,
Menschheit die nicht weiterdenkt. 

FloravonBistram 1998 



#Träumen #Vergessen

 

Lass mich noch ein wenig träumen,

gib mir bitte etwas Zeit,

um zu tanzen mit den Wolken,

ehe sie der Wind vertreibt.

 

Lass mich noch ein wenig singen,

bleib, dann singen wir zu zweit

laut im Chor mit all den Vögeln,

ehe sie der Schnee vertreibt.

 

Lass mich noch ein wenig finden

was mich mit dir glücklich zeigt,

all die Bilder tief im Herzen,

eh Vergessen sie vertreibt.

 

floravonbistram 1978




#Alt #Altenheim #Eltern #Großeltern #Allein #Abgeschoben

In vielen Wohnungen, in Altenheimen sitzen alte Menschen, Eltern, Großeltern. 

Sie haben ihr Leben lang gearbeitet 

und sich immer Zeit für die Kinder und Enkel genommen. 

Oft bis an die Erschöpfungsgrenze gearbeitet, gesorgt, gekümmert. 

Und nun warten sie  ...


Keine Zeit


Wolltest du mich noch umarmen?

Nein, du hattest keine Zeit.

Oder nur mal nach mir schauen?

Ging nicht, Weg war viel zu weit.

 

Möchtest du ein wenig plaudern?

Dein Terminkalender ist zu voll.

Könntest du für mich was kaufen?

Weißt nicht, wann es passen soll.

 

Ja ich weiß, ich werde lästig,

weil ich selber nichts mehr kann,

und so weine ich im Stillen,

denke immer wieder dran,

 

wie in lang vergang‘nen Jahren

ich für alle jederzeit,

ganz egal, wie ich mich fühlte,

stellte meine Zeit bereit.

 

floravonbistram