#Fortschritt #Wissenschaft

 Fortschritt 


Fortschritt preist man aller Orten
setzet ihm ein Denkmal gar
schwärmt in höchsten Lobesworten,
dass der Fortschritt wunderbar. 

Fortschritt steht auf allen Seiten,
rauf und runter, hin und her.
An die vielen üblen Pleiten
denken viele gar nicht mehr. 

Weder an das Robbensterben,
noch an der Ozonschicht Loch.
Weiter für den Fortschritt werben
wird die Wissenschaft ja doch. 

Und wir werden uns verbeugen,
auch wenn Fortschritt abwärts lenkt,
wir die gläubig Zeiten- Zeugen,
Menschheit die nicht weiterdenkt. 

FloravonBistram 1998 



#Träumen #Vergessen

 

Lass mich noch ein wenig träumen,

gib mir bitte etwas Zeit,

um zu tanzen mit den Wolken,

ehe sie der Wind vertreibt.

 

Lass mich noch ein wenig singen,

bleib, dann singen wir zu zweit

laut im Chor mit all den Vögeln,

ehe sie der Schnee vertreibt.

 

Lass mich noch ein wenig finden

was mich mit dir glücklich zeigt,

all die Bilder tief im Herzen,

eh Vergessen sie vertreibt.

 

floravonbistram 1978




#Alt #Altenheim #Eltern #Großeltern #Allein #Abgeschoben

In vielen Wohnungen, in Altenheimen sitzen alte Menschen, Eltern, Großeltern. 

Sie haben ihr Leben lang gearbeitet 

und sich immer Zeit für die Kinder und Enkel genommen. 

Oft bis an die Erschöpfungsgrenze gearbeitet, gesorgt, gekümmert. 

Und nun warten sie  ...


Keine Zeit


Wolltest du mich noch umarmen?

Nein, du hattest keine Zeit.

Oder nur mal nach mir schauen?

Ging nicht, Weg war viel zu weit.

 

Möchtest du ein wenig plaudern?

Dein Terminkalender ist zu voll.

Könntest du für mich was kaufen?

Weißt nicht, wann es passen soll.

 

Ja ich weiß, ich werde lästig,

weil ich selber nichts mehr kann,

und so weine ich im Stillen,

denke immer wieder dran,

 

wie in lang vergang‘nen Jahren

ich für alle jederzeit,

ganz egal, wie ich mich fühlte,

stellte meine Zeit bereit.

 

floravonbistram





#Morgengrauen #Meer #Ufer

 


 Im Morgengrauen


Ganz still sitz ich im Morgengrauen

und sehe Schleier auf dem Meer,

ich seh sie tanzen – Nebelfrauen,

der Wind treibt sacht sie vor sich her.

 

Dort in der Lüfte zartem Weben,

im Dämmerlicht, am Uferrand,

fühl ich sie zu den Dünen schweben,

Berührungen an meiner Hand.

 

Ein feuchter Kuss, ein zartes Streichen,

und ehe ich es fassen kann,

da lässt die Sonne sie entweichen

ein neuer Tag fängt für uns an.

 

2008





#Urlaub #Meer #Wasser #Freiheit #Strand #Sand

 


Urlaub

 

Sonne sticht

bringt Lebensgefühl

Wasser fließt träge

 

Wir empfinden

liegend am Ufer

Genuss der Freiheit

Urlaub

 

floravonbistram 1988








Leg dich zu mir

in den goldenen Samt

des Flussufers

 

Lass uns träumend

dem springenden Wasser

den fliehenden Wolken

zusehen

 

und Gedankenbildern

lauschen

die von Heimat in der Ferne singen



Manchmal glaubte ich nicht dran


 

Manchmal glaubte ich nicht dran,

dass ich das alles schaffen kann,

was jeder Tag von mir verlangt.

Habe still allein für mich gebangt,

denn alles wurde mir zu viel,

ich kann nicht mehr, war mein Gefühl.

 

Doch immer zeigte sich ein Licht,

es rief in mir, verzage nicht,

denn du bist niemals ganz allein,

es werden viele Helfer sein.

Ich spürte plötzlich warme Hände,

das schlechte Fühlen nahm die Wende.

 

Es flutete mir neue Kraft,

die hilfreich ist, dass man das schafft,

was vorher unbezwingbar war.

Das zeigte mir ganz hell und klar,

dass man doch nie verzagen soll:

Das Leben zeigt sich kräftevoll.

 

floravonbistram 2002





#Regen #Sommerregen

 

Sommerregen

 

Regenverhangenes silbernes Weben

umfließt heut die Bäume, die Wiesen und Felder

Dankbar begrüßt die Natur neues Leben

und seidiger Chiffon umhüllt unsre Wälder.  

 

Der Regen, der sich endlich reichlich ergoss,

nahm kühlend der Hitze den brennenden Hauch,

er füllte mit Wollust den erdigen Schoß

er füllt Bäche, Seen, labt Blume und Strauch.

 

floravonbistram1984












#SpanischeNacht

 Spanische Nacht

 

 

Diese Nacht ist phantastisch-

sternenklar u. berauschend.

Atemlose Lust weckt der große,

rot-goldene Mond.

Das Dämmerlicht umfängt uns.

Dieses ganz besondere Licht,

das die Haut so sinnlich,

so verführerisch schimmern lässt.

Ein leichter Wind ,

der sanft die Seele streichelt.
Milde Luft,

von der man nie genug atmen kann.

Ein zarter Hauch,

der uns immer wieder zittern lässt -

aber nicht vor Kälte.

Ich kann mich nicht bewegen,

aber ich will es auch gar nicht.

Du siehst die Lust

in meinem Auge glitzern,

wie ich auch in deinen.

Wenn alle Nächte so wären

bräuchte ich keine Tage mehr.


floravonbistram 1983




#WennderMonddieSonneberührt #Mond #Sonne #Tag #Nacht

 Was geschieht mit Mond und Sonne

 

Wenn der Mond die Sonne berührt,

wenn er zärtlich sie verführt,

wenn sie in seinen Arm sich schmiegt

und er sie sanft im Mondlicht wiegt.

 

Was wird mit Nacht und Tag passieren,

wenn Mond und Sonne sich berühren?

Sind wir dann Eins in Zeit und Raum?

Bleibt das für immer nur ein Traum?

 

Wer glücklich ist bei Tag und Nacht,

hat diesen Traum schon wahr gemacht.

Denn nur wer liebt, der kann es spüren,

wenn Mond und Sonne sich berühren!

 

Dieses Gedicht entstand zur Sonnenfinsternis 1968




Gedankenbilder

 

Gedankenbilder

 

Leg dich zu mir

in den grünen Samt

des Flussufers

Lass uns träumend

dem springenden Wasser

den fliehenden Wolken zusehen

und Gedankenbildern lauschen

die von Heimat

in der Ferne singen

 

floravonbistram 1983






Mein Lebens-Born #Wald #See #Abend

Mein Lebensborn

Fast ruhig liegt da der stille See,
umarmt von Busch und Baum,
ganz leise raschelt altes Laub,
ein Reh betritt den Waldessaum.

Der Tag verweht, das Licht versinkt,
das Wasser spiegelt es noch zart.
Im Schatten jetzt das Reh ruhig trinkt,
ein Hase sich mit Häsin paart.

Im Gleitflug zeigt die Eule sich,
hat wohl die kleine Maus entdeckt,
die eilig durch die Wiese huscht
und sich ganz schnell versteckt.

Heiser bellt von dort ein Fuchs,
wo eben noch die Hasen sprangen,
ich hoffe so aus vollem Herz
er kann von ihnen keinen fangen.

Ich döse ein und schrecke hoch,
die Zeit verflog doch viel zu schnell.
Natur ist für mich Lebensborn,
sie macht mein Leben hell.

floravonbistram 1988

  1. Born im Sinne von 
    "ein kühler Born"
  2. Brunnen, Wasserquelle



#Heilung # Nachtigall

 

Heilend

 

Ich fühl mich krank, es schmerzt und nagt

mein Herzleid und die müden Glieder,

sind Grund, dass ich so sehr verzagt.

Ich setz mich auf der Lichtung nieder.

 

Ganz warm umhüllt mich zart und sacht

die Ruhe, die ich mir ersehne.

Der Mond erstrahlt hell durch die Nacht.

Im Wald ich mich alleine wähne. 

 

Doch Knistern hier und Schuhu dort,

ein Huschen dicht an mir vorbei,

ein Ruf erklingt von nahem Ort

und plötzlich fühle ich mich frei,

 

denn als ins Sinnen ich verfall

und grübelnd mich bedauern will

ertönt das Lied der Nachtigall

durchströmt die Nacht und macht mich still. 

 

floravonbistram 1986



Mein Morgen

 

Mein Morgen

 

Verlassen das Dunkel der nächtlichen Träume

umsäuselt voll Zartheit von kusswarmen Winden

betört von den Liedern erwachender Sänger

in Dankbarkeit kann ich die Schöpfung empfinden

 

Durchschreiten die Tore zum grauenden Morgen

verlassen die Arme umhüllender Nacht

erfrischendes Tanzen im feuchtwarmen Nebel

in aufgehender Sonne bestaunen die Pracht

 

Ich kann nur empfinden wie bin ich gesegnet

durchschreite ich fühlend hier  mein Paradies

Gedanken umarmen den gütigen Schenker

der mir diese Gaben einst zukommen ließ.

 

floravonbistram um 4Uhr 30 1989



 

Geh deinen Weg

Geh deinen Weg

ungehindert und konsequent

ignoriere die Steine,

die dir Menschen vor die Füße werfen.

Übersteig sie,

geh um sie herum,

räume sie beiseite,

lass dich nicht aufhalten.

Niemals ist ein Weg nur gerade,

darum gib nie auf,

traue deinem Instinkt

und folge ihm allein.

Kommt dir der Weg dornig vor

achte auf die Rosen,

die immer zwischen den Ranken

für die Sehenden blühen.

Ist er sumpfig

und dich beschleicht die Angst,

stecken zu bleiben,

ergreife ruhig einen  morschen Ast,

er wird in deinem Vertrauen Halt sein.

Fürchtest du die Dunkelheit,

die dich wabernd umschließen will,

sing ein Lied und lausch

auf das klingende Echo der Natur.

Allein bist du nie,

denn eine schützende Hand

wird dich immer geleiten,

leg dein Haupt und dein Herz in sie. 


floravonbistram1978








#Wandel

 

Wandel

 

Sieh den Wandel in den Weiten

dort in Wald und Feld und Flur,

folg mir mit den Himmelszeiten

auf der Lebens-Jahresuhr.

 

Voller Frieden ist mein Schauen

und ich werde in mir froh,

weil ich seh, wie in den Auen

Morgenlicht brennt lichterloh.

 

Frühlingssonne küsst sanft wärmend,

taut den Frost von Halm und Blatt

und die Vögel, singend, lärmend

sind vom Hochzeitswerben matt.

 

Wird es Sommer, schenkt die Sonne

Stärke, Kraft, doch in der  Glut

brennt nicht nur die Liebeswonne,

sehnt man sich nach kühler Flut.

 

Bunt die Blätter in den Wäldern,

stiller wird es in dem Hain,

mit Getöse auf den Feldern

fährt man nun die Ernte ein.

 

Wärme schwindet mit den Lichtern,

die der Himmel uns geschenkt

und mit Fragen in Gesichtern

mancher an sein Gestern denkt.

 

Rieseln dann ganz leis die Flocken

deckt der Schnee die Welt sanft zu.

Kuscheldecken, warme Socken

geben uns dann Winterruh.

 

Lebensbilder, Jahreszeiten,

Werden- und Vergehens Sinn,

werden immer uns begleiten

bis zu unserm Ende hin.

 

floravonbistram 1989







#Lenz #Frühling

 Lenz

Wie singt der Wind so süß sein Lied
weich fliegt es mir ins Herz.
Es tanzt das Bächlein silberhell
die trunkensüße Terz,
die mir die Hoffnung neu besingt,
mit Morgentau umkränzt.
Das Morgenlicht den Tag erklimmt
weil es so herrlich lenzt.
floravonbistram1993