#November II



Suchend irrt das
von Sommerfarben
noch trunkene Auge

Letztes buntes Blatt
fängt den Blick
nicht lange

Raschelnd sich lösend
aufgenommen
im Braun der Erde



floravonbistram


Wir wollten



Wir wollten


Wir wollten unsre Wolkenträume
der Sonne auf die Strahlen schreiben
und durch des Meeresschaumes Kronen
bei Vollmond in den Wellen treiben.

Wir wollten uns aus Lust und Liebe
den Leuchtturm wind- und sturmfest bauen
mit Muscheln eine Sandburg krönen
und Hand in Hand nach vorne schauen.

Wir wollten uns das Salz des Windes
gemeinsam von den Lippen küssen
und ohne lästig nachzufragen
des Anderen Gedanken wissen.

Wir wollten… ich höre mich nur weinen
Wir wollten… und du bleibst ewig stumm
Wir wollten… du wurdest mir genommen
Wir wollten… der Schmerz bringt mich fast um.



floravonbistram 1977


Verzaubert im #Herbst




Wenn Morgennebel
bizarre Gestalten
nach uns greifen lässt
Grau in Grau sich wabernd mischt
bleibt uns erschauernd
die Hoffnung auf das Licht
das die Seele füllt

Wenn Sonnenfinger
erste Zeichen der Morgenschönheit
wie Diamanten ins Gras setzen
und aus dem Dunst
die Kathedrale der Natur
ihre leuchtenden Pforten öffnet
strömt mein Dankgebet

Wenn das Jahr die Farben mischt
Sonne Tage golden färbt
sehen wir entleerte Felder
belebt  von immer Suchenden
Und lockende Rufe in den Lüften
„Komm mit Komm mit“
lassen uns verzaubert verharren



floravonbistram



Geschenkte Zeit



Tanzet mit mir durch die Wiesen und Wälder
denn es ist die Zeit der Lerchen
Singen wir mit ihnen

Reitet mit mir auf den Wellenkämmen
denn es ist die Zeit der Möwen
Lachen wir mit ihnen

Wandert mit mir durch den Farbentaumel
denn es ist die Zeit der Kraniche
Ziehen wir mit ihnen

Versinket mit mir in den Schneekristallen
denn es ist die Zeit der Raben
Suchen wir mit ihnen

Gesang, Frohsinn, Reiselust, Futtersuche
Alles hat seine Zeit
Nutzen wir die Zeit
die uns geschenkt ist


fvb 1995


#Zeitlos



Überall noch dein Gesicht
Warme Augen
und dieser kussliebende Mund

Es begleitet mich
und lächelt meinen Schmerz
um Deinen Verlust  weg

Die Sonne wurde von Schatten
begraben und  verlor ihr Licht
das zurückkehrt

denn mir blieb Dein Gesicht
tief in meinem Herzen
und es lächelt

zeitlos

1977



Versunken





Die Wellen tanzen
und der Wind trägt Wärme
Hand in Hand
vom Deich geführte Schritte
Atmen im Gleichtakt
Plötzlich unverhofft
deine Hand an meiner Wange
tausend Liebesfunken strömen
aus deinem Lächeln
direkt in mein Herz


FvB 1976



#Herbstsonne




Tanz der Blätter, wildverwegen,
kichernd, knisternd - Glück im Wind.
Müde Füße raschelnd schlurfen,
fühlen sich wie einst als Kind.

Bunte Tage voller Sonne,
letzte Schmetterlinge fliegen
und auf lang vergang‘nem Blühen
sich Marienkäfer wiegen.

Kleine dralle Kinderhände
lassen weiße Erbsen knallen,
während golden in der Sonne
sich die Birken noch gefallen.

Und ich ordne Sonnenstrahlen
flechte sie zu einem Kranz,
so behalte ich im Herzen
stets noch etwas warmen Glanz,

den ich gerne auch verschenke,
teile ihn mit Jedermann,
dass des Winters Dunkelklage
uns nie ganz erreichen kann.


floravonbistram


#Liebe ... Unsere Herzen





Im Schatten der Bogainvillae und Zypressen
beobachten wir matt das Flirren des Lichtes,
das über die roten Berge springt
und sengend alles Grün gierig aufsaugt,
um es dann in blattlosem Beigebraun
auf die Felsen und in die Spalten zu hauchen.

Tagträumend im Sand, besprüht von Gischt
der sand- und muscheltragenden Wellen,
folgen unsere Herzen der Sehnsucht,
die auf der Sonne Bahn uns in den Abend trägt
und im Übergang von Tag zur Nacht
Verführung und Hingabe in brechende Farben taucht.


floravonbistram 1982



#Sommerabschied



Verwehter Sommer

Die gewohnten Gesänge

der Vogelscharen verstummen.

Die ersten Blätter

tragen einen kleinen Farbenschal.


Ein Hauch von Abschied

liegt in der Luft.

Von weit leuchtenden

abgeernteten Feldern verweht

der Hauch des reifen Korns.


Zu früh tauscht der Sommer

sein kunterbuntes Kleid,

um es zu behängen

mit den ruhigen, besinnlichen

Farben des sinnlichen Vergehens.


Streichelweiche Sonnenfinger

lassen die Wärme tief unter die Haut

und die Seele will noch singen.



floravonbistram 2006






#Heimat #MeinZuhause



Ich bin zu Hause

Abseits der Stadt, fern von ihrem Lärm
habe ich den Platz für mich gefunden,
an dem ich einst vergehen möchte
Dies wurde meine Heimat, mein Zuhause,
auf diesem Hügel vor dem Wald
mit Blick über Gärten, Dächer und Felder.

Als Kinder fühlten wir uns zu Hause,
wo die Eltern und Geschwister waren,
wenn die Freunde zum Spielen riefen,
in den Wiesen und Wäldern um uns.
Wie oft wurden wir herausgerissen
aus den uns vertrauten Kreisen,
mussten uns immer neu eingewöhnen.

In unserem Land gab es viele Plätze,
in denen ich einen kleinen Hort fand,
doch zu oft wurde ich weitergetrieben,
konnte nie richtig Wurzeln schlagen,
verlor Freunde und Vertrautes,
kämpfte mich immer wieder durch.

Hier ist nun mein Leben, meine Familie.
unser Heim, unser  Haus, unser Sein.
Ich kenne Bäume, Sträucher, Blumen.
Sie zu säen und zu pflanzen, zuzusehen
wie sie wuchsen und gediehen
machte diesen Platz zu meiner Heimat.

Hier will ich sein, hier will ich bleiben
bis ich eines Tages gerufen werde,
meinen neuen Platz einzunehmen
jenseits von Begehren und Wünschen,
nur mit der absoluten Gewissheit:
Dies ist die Heimat meiner Seele.


floravonbistram







Manchmal bin ich gern allein


Manchmal bin ich gern allein, 
ruhe in mir, leicht und still,
träumen ist es, was ich will,
tausend Dinge fall’n mir ein.

Manchmal sitz ich neben dir
will dir einfach nahe sein,
denn du nimmst mein Fühlen ein,
lächelnd schaust du dann zu mir.

Manchmal fühle ich mich gut,
wenn mich die Gedanken küssen
und wir gar nicht reden müssen,
versteh‘n uns ohne Worteflut.

Manchmal werde ich dann wach,
du warst nur in meinem Traum,
leise weht der Wind im Baum
und das Sehnen lässt nie nach.

floravonbistram 1977




#Erliebtmich - #Erliebtmichnicht




Ein Blumenmeer sprüht Freude durch den Garten
bedeckt sind längst der Erde braune Narben
Feinsliebchen aber will nicht länger warten
will weiter nicht nach Liebesschwüren darben
und sucht sich aus den wundervollen Arten
Margritenweiß heraus trotz aller sprühend Farben

Und aus der hellen Blumenkrone sacht
zieht Blütenblätter sie und fragt und lacht
denn auf ihr >liebt er mich< konnt sie bekunden
du hast das richt’ge Herz für dich gefunden.



floravonbistram Kanzonenversuch1981



#Liebe und #Leiden

Ein Schwingen ahnt sich durch das Fühlen
hellklopfend stimmt das Herz sein Lied
gedankenspringend küsst mich der Tag
und fängt mich glücklachend ein
Versinkend in Himmelsgeläute
seh ich ein wolkenloses Firmament
und möchte es rufen und singen und tanzen
Ich hab dich gefunden das Glück dieser Welt












Still still still
damit wir das Klopfen
unserer Herzen
hören können
Das Schwingen
des Gleichklangs
trägt uns und singt
gemeinsames Seelenlied
Es waren
nur Sekunden
blickaneinandergeschmiegt
atemgemeinsamholend
gefühlsaufblitzend
und wissend
es ist
Ich will träumen
mit dir schweigen
dich empfinden in jedem Lächeln
deine Hände fühlen allezeit
Gleiche Gedanken
halten uns umfangen
Empfindungen
hochpeitschend wie die See
wieder ruhig und glatt
wie ein Spiegel
in dem wir uns sehen
leuchtend ineinander verschlungen



Herz Schmerz Lust Leid Gemeinsam Einsam Lieben Verlassen Gewinnen Verlieren


Kalte Hände
würgender Griff
du bist gegangen
wortlos
Herzens-Tür fiel zu




















Du bist in der Stadt
das zwitschern die Spatzen von Dach
das flüstern die Nachbarn
das klopft mein Herz
In der Stadt
mit ihr
nicht bei mir


Gib mir die Sicherheit
deiner Liebe
deiner Gefühle
für einen Augenblick
der Ewigkeit
Liebe mich
so wie ich bin




Löffelchen kuscheln
dein Atem warm in meinem Nacken
Hände warm auf meinen Brüsten
Bauch an Rücken
Wärme und Begehren
Gemeinsames Atmen
atmen und fühlen

#Träume


Eisbecher mit Früchten


Ich bin ja so langweilig

Ich mag gar nichts Süßes, nicht Kuchen und Torten,
den Alkohol kann ich zum Glasputzen horten,
War niemals betrunken, stets Herr meiner Taten
und musste auch niemals „Wo bin ich“ erraten.
Hab niemals genussvoll dem Tabak gehuldigt,
mich stets nur für mancherlei Mankos entschuldigt.

Doch würzig und sauer, mit Kräutern, den bitter‘n
lässt mich immer wieder vor Wollust erzittern.
Doch halt, liebe Freunde, es fällt mir was ein,
ein Eis ohne Schoko - das darf es mal sein.
Am liebsten ganz fruchtig, mit Früchten verziert
und dann noch mit Fruchtsoße –sauer- garniert



floravonbistram 1997








Foto http://www.milch-bar-pinguin.de/wp-content/themes/milchbar-pinguin/uploads/inhalte/teaser-eisbecher.jpg

#Liebe #Erinnerung




Die Rosen in deiner Hand
umwunden von einem Band
und auf dem Band steht Liebe

Die Rosen dort auf dem Tisch
sie sind schon lang nicht mehr frisch
und das Band ist zerschlissen

Die Rosen und deine Hand
das verlorene Band
Erinnerungen…ganz ganz ferne



floravonbistram 1969





Zärtlichkeit




#Sonnenaufgang erleben




Sehen, wie aus tauschimmernden,
mit Nebelschwaden verhängten
Tälern Farben aufsteigen,
die in schillernder Mischung
weltverzaubernd das grau-dunkelblau
des verschwimmenden Nachthimmels
 in Gelb-Orange-Rosa-Rot tauchen.

Vogelgesang hören, der sich
mit zärtlichen Melodien in mein
aufnahmebereites Herz schmeichelt.
Samtweiche Luft, die mich einhüllt
und in das Leben wieder freigibt.

Der frühe Morgen küsst
meinen beginnenden Tag.
Ein Erleben, als wäre es der Tag
der Erschaffung der Welt.


floravonbistram 2001


#Vulkanausbruch #Krakatau



Wolken jagen sich in Weiten,
Blitze zucken durch die Nacht,
Donner grollt in Finsterzeiten,
Angst der Menschen ist erwacht.

Der Vulkan beginnt zu beben,
wird die Siedlungen vernichten,
und sie laufen um ihr Leben,
müssen auf ihr Heim verzichten.

Alle stürmen durch die Gassen,
jeder zittert, weint und schreit,
zu den Booten drängen Massen,
einz’ge Hoffnung weit und breit.

Wer jetzt stürzt, ist ganz verloren,
Panik tritt was liegt gleich tot,
Schreie treffen taube Ohren,
jeder sieht nur seine Not.

Asche wirft auf  alles Schatten,
Feuer frisst sich durch das Land,
zeichnet rot die grünen Matten,
zeigt vernichtend seine Hand.

Gellend tönen ihre Klagen,
doch das stoppt die Lava nicht,
nach der Zukunft flehen Fragen,
stumm erträgt man dieses nicht.

Und vom Meer aus seh`n sie schwinden
ihren Lebensraum, ihr Tal,
müssen neue Wege finden,
haben keine and’re Wahl.


floravonbistram 1988

Geschrieben nachdem ich den Film (von 1969) 

über den Ausbruch des Krakatau 1883 gesehen habe





An 1883 edition of Harper's Weekly shows Krakatau 
as it was before its immense eruption in August of that year.
 Two-thirds of the island collapsed into the sea after the explosion.
Photograph by Corbis