Baila La Singla #lasingla #flamenco




Flammender Blick und tiefer Ernst
trifft uns aus deinen Augen
unter den leicht gerunzelten Brauen,
sie schlagen uns in den Bann,
und das Feuer in deinen Füßen,
die Eleganz deiner sprechenden Hände,
die im Stakkato des Flamenco
uns in ihren Rhythmus zwingen,
lassen uns erschauern.
Lange abseits gelebt
ohne Sprache und Geräusche
legst du jetzt jedes Empfinden
deiner erwachten Sinne
voller Leidenschaft und Inbrunst
in jede uns mitreißende Bewegung.
Tanze, du Schöne,
tanze für uns, du Begnadete,
wie du für dich
deine Gefühle tanzt.


Flora von Bistram
1969 nach einem La Singla Auftritt


Himmel und Erde



Wieder so eine
samtblaue Nacht
mit Sternenmuster
auf ihrer Bettdecke,
die sich seidig
um uns schmiegt.
Wind, der - uns
kaschmirweich umhüllend-
sein Abendlied einstimmt
in das verhallende
Geflüster der Natur.
Gold fließt warm
aus Mondes Blick.
Urmarmung von
Tag und Nacht und Tag,
Himmel und Erde.

FvB1999



Gemeinsam




Wir finden den Weg

Sanftheit sei dein Ich,
wenn du den Ängstlichen begegnest,
denn sie fliehen das grobe Wort.

Schützend sei deine Hand,
die du über die breitest,
die hilflos der Bosheit ausgeliefert sind.

Führend zeig den Weg denen,
die um sich schlagen, zerstören,
da sie nie Bewahren lernten.

Gütig sei dein Blick,
damit sich Seelen dir öffnen,
die zum Selbstschutz verschlossen wurden.

Wärme strahle aus,
das hilft den im Herzen Frierenden,
darin Kraft zu finden und weiter zu geben.

Liebe verteile großzügig
an Alle, die du damit erreichst,
denn nur in der selbstlosen Liebe
finden wir unseren gemeinsamen Weg.

FvB






Liebe oder Freundschaft






Als Freundschaft und Liebe
sich eines Tages begegnen,
spricht die Liebe:
 „Ich bin viel stärker und intensiver als Du.
Ich lasse aller Menschen Augen erstrahlen,
die Herzen aufregend schneller schlagen.
Die Träume mache ich bunt und verlangend,
die größten Sehnsüchte erwecke ich...
Aber nun erkläre mir, warum gibt es Dich auf dieser Welt?"

 Die Freundschaft überlegt nicht lange,
bevor sie antwortet:
 „Du bist sicher stärker und intensiver als ich,
für einen Wimpernschlag der Zeit,
für einen Moment der gierigen Lust,
für einen liebevollen Traum lang.
Aber wann und wem gibst du auch Beständigkeit?
Erfüllst du denn irgendwelche Hoffnungen?
Nein, Du vergehst sehr schnell.
Immer bin ich derjenige,
der sich dann um das bodenlose Meer
der Tränen kümmert,
das du hinterlassen hast"



Flora von Bistram 1984


Für Irmi als Antwort

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Elfen und Feen

Ein Raunen, ein Wispern,
ein Rauschen und Knistern,
ein Hauch aus den Sphären -
und sichtbar sie wären,
wenn Herzen voll Glauben
den Augen erlauben,
sie einmal zu sehen -
die Elfen und Feen


FvB




Island

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Willst du die schalkhaften Trolle sehen,
musst du mit mir in den Norden hoch gehen,
wo sie in Moos und Geflechten hausen,
gerne den Goldstaub von Flügeln mausen,
den Elfen und  Elben, dem Einhorn, den  Feen-
komm, lass mit dem Wind uns zu ihnen wehen.

Wir lauschen den Liedern der Elfen bei Nacht,
wenn sie ihre Menschen zu Bett gebracht,
denen sie  so hilfreich zur Seite stets stehn,
hast du schon jemals ihre Augen gesehn?
Augen so blau, wie das strahlende  Meer,
im tiefsten Dunkel wird es hell um sie her.

Hast du schon jemals von der Insel gehört,
wo ganz sanft der Himmel die Erde berührt,
Vulkane heizen die Quellen und Land
Island  wird sie von uns allen genannt.

FvB 1977

  

Glockenblumen






Glaub den Augen nicht zu trauen,
die dort Glockenblumen schauen,
wie ich sie als Kind oft pflückte,
Oma damit stets beglückte.

Denn seit vielen Jahren waren
diese blauen wunderbaren,
die besungen oft im Liede
ganz verschwunden - Pestizide

hatten sie schon fast vernichtet,
doch nun hab ich sie gesichtet.
Schützend möcht ich Wache stehn
dass noch viele sie hier sehn.




Verzeihen




Was hat dich so betrübt,
dass du so traurig schaust,
ist über deine Seele
ein Sturm hinweg gebraust?

Hat jemand dich getroffen
bis tief ins Herz hinein?
Sag mir, was hat getrübet
dir deiner Augen Schein?

Kam es aus Menschenmunde,
was dich so arg gekränkt,
was deine junge Seele
mit Bitternis getränkt?

Du musst nicht drüber grübeln,
sonst wird dein Leben schwer.
Versuche zu verzeihen,
schon schmerzt es dich nicht mehr.

Fvb 
 
 

Tage voll Schrecken, Tage voll Licht


















Es gibt Tage, da will mir die Atmung versagen,
an denen die Beine mich nicht wollen tragen,
an denen die geliebte Sonne nur Schmerzen bringt
und mein Wald sein Lied für mich vergeblich singt.

Wenn die Endlichkeit meiner Zeit mich bedrückt,
die Wirklichkeit im Schmerze fast völlig erstickt,
dann bringt Musik mich dem Himmel ganz nah,
ich biet ihm dann gern wieder ein Lächeln dar

und zwinge mich, den kranken Körper zu erheben,
denn noch, ja noch bin ich ja am Leben
und es bringt nichts, wenn ich mich verkrieche,
zum Kummer Aller so still nur hinsieche.

So richte ich mich auf mit neuer Kraft
und denke, so Vieles hab ich schon geschafft,
nur weil ich es auch unbedingt so wollte,
auch wenn ich dem Schicksal mitunter sehr grollte.

Ich werde kämpfen, so lange ich kann,
noch komme ich gegen den Krankheitsverlauf an.
Will singen und lachen den Schmerz einfach hinaus
und lasse ihn möglichst nicht mehr ins Haus.

Dann scheint mir die Sonne auch wieder hell,
der Vögel Lieder erreichen mich - schnell
geht der Blick zu dem Wäldchen hinauf-
Dank Himmel - ich bin wieder gut drauf.

FvB 2009

Freude bereiten



Sich Freude bereiten

Die Welt ist voller Freude,
voll Blütenduft und Licht,
voll Leben und voll Liebe,
ja seht ihr das denn nicht?

Vergnügt könnten wir leben
und wirklich glücklich schaun
auf Heute und auf Morgen,
dem Übermorgen traun,
wenn wir nicht Ausschau hielten,
nach dem was trüb und grau
und was der andre wieder
bös eingefädelt schlau.

Gewiss, um uns zu schaden.
Ach, dächten wir nicht so-
wir müssten nicht verzagen
und wären stetig froh.
Wenn wir statt dessen sagten,
es ist ihm selbst nicht gut,
dann könnt er freundlich bleiben
und schöpfte auch noch Mut.

Ob mit, ob ohne Sonne,
dann wäre heller Tag
an dem man sich und andre
und ringsum alles mag.

1997






NIEMALS

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Die Steine, die wir essen,
das Feuer, das wir trinken,
das Eis, das unsere Adern füllt,
lassen uns unsere Erinnerung
an den Kuchen des Wortes,
den Wein der fließenden Gefühle
und die Lava der umfassenden Liebe
und werden sie
niemals vernichten können.

Fvb2009



Almeria - Andalusien - Sonnenheimat


Blick von der Terrasse


Fremdes Andalusien

Betäubende  Gerüche,
fremde Geräusche, neue Bilder.
Es ist heiß, fremd heiß,
brennend heiß.
Fremde Gesichter -
die Menschen sind mir fremd
und doch nicht fremd.
Ansteckendes Lachen,
Falten, tiefe Furchen
in Gesichtern –
belebte Gesichter, gelebte Spuren.
Zigeuner streifen in ihren bunten
Kleidern umher.
Bäume, knorrig, blattlos, saftlos
in ausgetrockneten Flussläufen
Land ausgedörrt, zerklüftete Mondlandschaft
Sierra Nevada
Andalusien -
und tief im Land
deine Wälder,
saftig grün, ,
eiskalte Seen
Leben pur

FvB 1978








Im Orangenhain

Im Schimmer des Flusses
berühren sich sanft
Tag und Nacht,
wenn die Sonne
zischend untergeht.
Goldglänzende
Sandkörner auf der Haut,
noch umfangen
von der fliehenden Hitze
atmen wir uns,
umschlungen in den
länger werdenden Schatten
des betörend duftenden
Orangenhains.

FvB1980



Himmel und Meer

Umfasset mich, Wellen des Meeres.
Kühlet die Hitze meiner Leidenschaft,
spült die heißen Tränen der Enttäuschung,
mildert das pochende Verlangen meiner Lenden.

Tragt mich, Schwestern des Ungestüms.
Haltet mich fest im Traum des ewigen Fließens.
Werft mich nicht an das Land der Erkenntnis,
der bitteren Einsicht und der dunklen Vorwürfe.

Großes Wasser, geliebte Mutter des Seins
gib ab von deiner Macht und trage mich empor
im lustvollen Auf und Ab deiner kraftvollen Arme,
dahin gleitend, prickelnd wie die Schaumkronen.

In deinem Spiegel schaue ich den Himmel.
Erkenne mich selbst in dem Veränderlichen,
in dem Hell und Dunkel, dem Hoch und dem Tief.
Danke Meer, danke Himmel, ich fand zu mir.


Himmel und Erde

Für einen Blick
legte ich dir  eine Welt zu Füßen,
für ein Lächeln
schenkte ich dir einen Himmel,
für einen Kuss –
ich weiß wirklich nicht,
was ich dir gäbe für einen Kuss,
für einen einzigen!
Aber ja,
ganz sicher gäbe ich dir auch einen Kuss...
also wären diese Küsse
Himmel und Erde gemeinsam.

1968

Herzblut


Ein Schreiber,
der mit Herzblut schreibt,
ist nicht an Zahlen
des Verkaufs interessiert,
sondern an den Herzen,
die er treffen konnte,
an den Augen,
die ein Erinnern zeigten
an den Köpfen,
die er zum Nicken brachte.


Flora von Bistram

Liebe

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Man sagt Liebe ist ein Wasser