Gedankenbilder
Leg dich zu mir
in den grünen Samt
des Flussufers
Lass uns träumend
dem springenden Wasser
den fliehenden Wolken zusehen
und Gedankenbildern lauschen
die von Heimat
in der Ferne singen
floravonbistram 1983
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Gedankenbilder
Leg dich zu mir
in den grünen Samt
des Flussufers
Lass uns träumend
dem springenden Wasser
den fliehenden Wolken zusehen
und Gedankenbildern lauschen
die von Heimat
in der Ferne singen
floravonbistram 1983
Heilend
Ich fühl mich krank, es schmerzt und nagt
mein Herzleid und die müden Glieder,
sind Grund, dass ich so sehr verzagt.
Ich setz mich auf der Lichtung nieder.
Ganz warm umhüllt mich zart und sacht
die Ruhe, die ich mir ersehne.
Der Mond erstrahlt hell durch die Nacht.
Im Wald ich mich alleine wähne.
Doch Knistern hier und Schuhu dort,
ein Huschen dicht an mir vorbei,
ein Ruf erklingt von nahem Ort
und plötzlich fühle ich mich frei,
denn als ins Sinnen ich verfall
und grübelnd mich bedauern will
ertönt das Lied der Nachtigall
durchströmt die Nacht und macht mich still.
floravonbistram 1986
Mein Morgen
Verlassen das Dunkel der nächtlichen Träume
umsäuselt voll Zartheit von kusswarmen Winden
betört von den Liedern erwachender Sänger
in Dankbarkeit kann ich die Schöpfung empfinden
Durchschreiten die Tore zum grauenden Morgen
verlassen die Arme umhüllender Nacht
erfrischendes Tanzen im feuchtwarmen Nebel
in aufgehender Sonne bestaunen die Pracht
Ich kann nur empfinden wie bin ich gesegnet
durchschreite ich fühlend hier mein Paradies
Gedanken umarmen den gütigen Schenker
der mir diese Gaben einst zukommen ließ.
floravonbistram um 4Uhr 30 1989
Geh deinen Weg
ungehindert und konsequent
ignoriere die Steine,
die dir Menschen vor die Füße werfen.
Übersteig sie,
geh um sie herum,
räume sie beiseite,
lass dich nicht aufhalten.
Niemals ist ein Weg nur gerade,
darum gib nie auf,
traue deinem Instinkt
und folge ihm allein.
Kommt dir der Weg dornig vor
achte auf die Rosen,
die immer zwischen den Ranken
für die Sehenden blühen.
Ist er sumpfig
und dich beschleicht die Angst,
stecken zu bleiben,
ergreife ruhig einen
morschen Ast,
er wird in deinem Vertrauen Halt sein.
Fürchtest du die Dunkelheit,
die dich wabernd umschließen will,
sing ein Lied und lausch
auf das klingende Echo der Natur.
Allein bist du nie,
denn eine schützende Hand
wird dich immer geleiten,
leg dein Haupt und dein Herz in sie.
floravonbistram1978
Wandel
Sieh den Wandel in den
Weiten
dort in Wald und Feld und Flur,
folg mir mit den
Himmelszeiten
auf der Lebens-Jahresuhr.
Voller Frieden ist mein
Schauen
und ich werde in mir froh,
weil ich seh, wie in den
Auen
Morgenlicht brennt
lichterloh.
Frühlingssonne küsst sanft
wärmend,
taut den Frost von Halm
und Blatt
und die Vögel, singend,
lärmend
sind vom Hochzeitswerben matt.
Wird es Sommer, schenkt
die Sonne
Stärke, Kraft, doch in der
Glut
brennt nicht nur die Liebeswonne,
sehnt man sich nach kühler
Flut.
Bunt die Blätter in den
Wäldern,
stiller wird es in dem
Hain,
mit Getöse auf den Feldern
fährt man nun die Ernte
ein.
Wärme schwindet mit den
Lichtern,
die der Himmel uns
geschenkt
und mit Fragen in
Gesichtern
mancher an sein Gestern denkt.
Rieseln dann ganz leis die
Flocken
deckt der Schnee die Welt
sanft zu.
Kuscheldecken, warme
Socken
geben uns dann Winterruh.
Lebensbilder, Jahreszeiten,
Werden- und Vergehens Sinn,
werden immer uns begleiten
bis zu unserm Ende hin.
floravonbistram 1989
Lenz
Ich nenne sie Gäste
Wir geben ihnen Raum, Essen und Kleidung,
wir gewähren Hilfe und Beistand
doch in den Herzen der Menschen
die ihr Zuhause verlassen mussten
nagt die Angst um ihre Lieben
durchdringt der Schrecken der Bomben den Schlaf
und schmerzend brennt die Sehnsucht
nach der Heimat und Vertrautem
Wie lange wird es währen
Wann können wir heim steht in ihren Augen
FvB2022
Eine Mutter und ihre 2 kleinen Töchter fanden bei uns einen kleinen Ruhepol. Völlig ohne Gepäck, nur mit 2 Kuscheltieren und den wichtigsten Dokumenten kamen sie hier nach tagelanger Odyssee an.
Warum kein Gepäck?
"Ich wollte beide Hände frei haben, um meine Töchter festhalten zu können!"
Ich weine
ich weine vor Dankbarkeit
dass ich dies
nie mit meinen Kindern erleben musste
floravonbistram
Lichtes Blau
schiebt sich
in graugemalten Tag
Flocken haben ausgetanzt
und geben unserer Welt
friedvolles Leuchten
Aufgebrochene Felder und Wälder
tragen Mäntel mit Diamanten
Schritte knirschen
Atem bildet Frostherzen
und steigt himmelhoch
unsere Zweisamkeit
wärmend in der Erinnerung
floravonbistram 2002
Lichtkuss
Blattlose Bäume im Graukleid des Winters,
wo Bruchäste schlagen im wechselnden Takt,
ein Krächzen und Knarren, Spechtklopfen an Stämmen,
dort zieht Nebel wabernd und hüllt alles ein.
Durchdringen dann plötzlich Sonnfinger das Dunkel
und raffen den düsteren Vorhang ganz leicht,
tanzt flirrend ein Strahl auf vermodernden Blättern
küsst Welkes und Knospen mit lockendem Gruß,
dann zaubern die Bahnen sanft flutender Strahlen
wie goldene Pinsel das Licht in den Wald.
floravonbistram
Kurz vor des eignen Lebens Ende,
wenn Seele den Verstand besiegt,
wenn Fühlen Denken überfliegt,
dann nimmt so manches eine Wende.
Verzeihen steht an erster Stelle
man wertete oft viel zu hart,
geriet zu schnell in Abschussfahrt,
und trennte sich dann auf die Schnelle.
Die Habenseite lässt sich füllen
mit Glück in so viel kleinen Dingen,
die wir wie nebenbei einfingen,
weil sie sich in‘s Alltäglich hüllen.
So bitten wir von Herzen heute
was fehlten wir in unsrem Leben
- wie wir auch euch - nun zu vergeben,
vor dem man sich so lange scheute.
In Frieden sieht man auf das Ende,
das Überschreiten in das Licht,
das Dunkel fürchtet man dann nicht,
begibt sich ganz in höchste Hände.
floravonbistram
Die Eiskönigin
Draußen steht die kalte Schöne,
hebt den glitzernd weißen Stab,
haucht den kalten Nebelatem
mikrofein auf uns herab.
Kleinste Tröpfchen tanzen leise
fangen sich an Zweig und Ast
und erstarren dort zu Eise-
halten kalte Winterrast.
Königin, mit Deinen Armen
bannst du klirrend Mensch und Tier,
lächelst kalt, bist ohn‘ Erbarmen,
schließt vom Eispalast die Tür.
Dennoch stehen wir voll Staunen,
welchen Zauber du vollbracht.
Wenn die Eiskristalle blühen
tanzt die Zauberin und lacht.
floravonbistram
Im Wechsel
der Zeit
Da sind sie
wieder, diese kurzen Tage
voller
Sehnsucht nach der Sonne,
die sonst
alle Farben leuchten lässt
und uns in
Wärme hüllt.
Doch auch
in dieser kahlen Zeit zaubert sie.
Diamanten
in Schneesternen,
schimmernde
Zapfen an der Regenrinne
spiegeln
den Himmel.
Und in
weiße Mäntel gehüllte Landschaften
lassen die
Traumgestalten erstehen
die unsere
Kinderherzen wieder erwecken,
Kälte nicht
mehr fühlend.
Spuren im
Schnee geben Rätsel auf
und jeder
Schritt gibt einen Ton,
mal knackend,
knirschend, dumpf oder hell
und wir
riechen den Schnee.
Still wird
die Welt, wie in Watte gehüllt,
so lauschen
wir nun auch in uns
und wir
spüren den Sinn, der in allem liegt,
im Kommen
und Gehen, im Wechsel der Zeit.
floravonbistram
Frohe Feiertage
und ein gesundes 2022
Weihnachtswunsch
Wir singen von stiller und heiliger Nacht,
und während wir feiern, doch manch einer wacht :
die Mutter, die bangt um ihr sterbendes Kind,
der Nachtwanderer in dem eisigen Wind,
die Frau tief im Elend mit volltrunk‘nem Mann,
der Kranke, der möchte, doch nicht sterben kann,
der Arzt, tief gebeugt über‘m Unfallpatient,
die Schwester, die auf jedes Klingeln hin rennt,
der Mensch auf der Wache im Feuerwehrhaus,
die Hüter des Rechts in Chaos und Staus,
ein einsamer Mensch, ohne Hoffnung und Geld,
Millionen von Hungernden auf dieser Welt,
die Menschen, den‘ Kriege alles genommen,
dann jene, die niemals wiedergekommen,
geraubt und geschändet, gefangen, gequält,
weil anderen Orts nicht die Menschlichkeit zählt.
Mein Wunsch, dass ein Jeder, der froh feiern kann
nur eine Minute mag denken daran,
geht in sich und spendet, ist es auch nicht viel,
ein wenig Not lindern, das sei unser Ziel.
Flora von Bistram