#BaumdesLebens

 


Das Keingedichtoderdoch?

 

Ich sah einst im Traum den Baum des Lebens,

er war mit bunten Früchten eng behangen

und viele Hände griffen gierig – vergebens –

wie Seifenblasen war plötzlich alles vergangen.

 

Sie gierten nach Lust, Besitz und dem „Alleshaben“,

der schillernden Frucht von endloser Macht.

Sie fingen die Hohlheit im Sprung nach den Gaben,

versteinerte Herzen zerbarsten bei Nacht.

 

Sie tobten und schrien und schüttelten ihn mit Wut,

doch nur die Blase der Eitelkeit fiel auf sie herab,

sie beugten sich Hass, lebten fernab von Gut

und schaufelten böse ihr eigenes Grab.

 

Die Frucht des Misstrauens fiel auch von dem Baum,

die Hand, die sie fing, begann so heiß zu brennen

sie spien Gift und sie ertrugen es kaum

dass es Menschen gibt, die noch Liebe benennen.

 

In dieser Liebe da kam es zur Wende,

es reckte sich der Baum des Lebens,

gebar neue Knospen und trieb junges Laub,

der Liebe Lohn er zollte.

Er senkte die Früchte in reine Hände,

gemäß des Schicksals klaren Webens,

gab Schutz vor dem verdunkelnden Staub,

der alles in Bosheit verdecken wollte.

 

floravonbistram 1984


                                               Seidentuch mit Druck Baum des Lebens

Als der Tag starb #9/11

 



Als der Tag starb, weinten die Blumen,

bedeckten ihre bunten Häupter mit Staub.

Als der Tag starb, neigten sich die Bäume,

ließen ihre Blätter fallen, verwesendes Laub.

 

Als der Tag starb, verschwand der Himmel im Grau

und die Dunkelheit verschloss jedes Offen.

Als der Tag starb, wurden Schreie zum Beten,

und die Verzweiflung griff nach allem Hoffen.

 

Als der Tag starb

 

floravonbistram 14.9.2001 noch völlig im Schock




 


#Horizont

 


Horizont


Mein Leben war schon eine lange Reise,

der Weg war mir nicht immer leicht.

Doch führt er mich noch stets auf seine Weise,

bis ich den Horizont, mein Ziel erreicht.

 

Im Himmelsblau erstrahlt von fern ein Tempel,

der zeigt mir, es ist nicht mehr weit.

Das Licht erstrahlt, es ist der Stempel,

er siegelt mir : Es wird nun  Zeit.

 

Es wird nun Zeit, so singt des Lebens Ende,

die Sonne sinkt und wandelt sacht

behutsam wie des Jahres Wende

des Lebens Strahlen in die stille Nacht.

 

Und wundersam ertönt mir leises Singen,

die Melodie, die einst mein Leben war.

Mein Daseinslied wird lange nicht verklingen,

denn Lebensliebe trägt es weiter hell und klar.

 

floravonbistram



 

 


Ich bin so müde

 


Ich bin so müde

mag mich dem Kampf

nicht mehr stellen

der jeden Tag

so schmerzhaft

auf mich einschlägt

der mich des Lebens beraubt

das ich so unendlich

in der Natur fühlen konnte

 

Peinigend die Messerstiche

die unsichtbare Hände

in alle Gelenke jagen

und die Atemlosigkeit

nimmt mir die Sonne weg

Ich fühle mich oft alt

hilflos und kaum noch wehrfähig

obwohl ich nie ein Aufgeber war

 

Ach könnte ich noch einmal

meinen Baum umarmen

die Seen durchschwimmen

im Sand barfuß laufen

um dieses alles durchströmende

Ich-lebe-Gefühl aufzunehmen

und weitergeben zu können

So gerne würde ich es teilen

mein Tief trage ich lieber

alleine in und mit mir

 

floravonbistram Juni 2021





Sommerfarben

 


Satte Farben malt der Sommer
eben noch pastellfarben
jetzt in voller Leuchtkraft
Und nicht lange
dann färbt es sich schon wieder
in die Orange- und Brauntöne
Und kleidet sich die Welt in weiß
dann hat es sich gerundet
und uns wird klar
wieder verging viel zu schnell ein Jahr

floravonbistram







#Tränen

 



Bild: Yvonne Wolf  https://www.pinterest.de/yvonnewolf1960/_saved/

Wie war zu #Köln es doch vordem...#Küchenwichtel #Heinzelmännchen

 

Die Küchenwichtel
In alten Zeiten, so kann man es lesen,
lebten in Küchen und Kellern die Wesen,
die allen Menschen wohl bekannt.
Heinzelmännchen war`n sie benannt.
Doch Weh und Ach, sie wurden vertrieben,
so manche Geschichte wurd` drüber geschrieben,
kein Bitten, kein Flehen holt sie je zurück,
doch gab es Erfinder – zu unserem Glück,
die dachten und schraubten und basteln stets fein,
Roboterwichtel ziehn in die Küchen nun ein.
Die kochen und backen und spülen – nicht still –
und auch nicht alleine, wie ich es gern will,
doch mit etwas Antrieb wird alles gemacht,
was schlaue Köpfe sich für uns erdacht.
Nicht Holz und nicht Kohle schlepp ich für den Herd,
es wird auch nicht mit dem Reisig gekehrt,
das Kneten und Rühren quält nicht meine Hände,
kein Ruß färbt den Schrank und all meine Wände.
Ich denke, ich lehne bequem mich zurück,
genieße vom Tag jetzt ein größeres Stück.
Das ist ein Irrtum, denn auf alle Fälle,
bewegt sich kein „Wichtel“, bin ich nicht zur Stelle.
Ich tippe auf Knöpfe, ich schalte Programme,
ich lese die Weisung, ach ja, kleine Flamme,
der Topf öffnet sich erst, wenn er es so will,
den Zulaufhahn öffnen, sonst steht Minna still.
Ich fluche, die Dose geht wieder nicht auf,
voll Wut hau ich auf den Öffner mal drauf,
schon spritzt das Blut, jetzt dreht sich das Messer.
Ich bin ja auch blöd, wusst` ich es nicht besser?
Das Obst in den Mixer, zerkleinern und rühren,
oh je, das Fleisch muss ich auch noch einfrieren.
Und dann dieser Knall und alles steht still,
gerad', als ich noch das Brot schneiden will.
Maschinen sie schweigen, das Licht ging auch aus.
Da flog doch mal wieder die Sicherung raus.
Wie war zu Köln es doch vordem…

floravonbistram





In den goldnen #Morgenstunden

 



In den goldnen Morgenstunden
singt das Bächlein seine Lieder
und der Sonne Strahlenfinger
küsst die Nebelschleier nieder.
Vogelsang mit frohen Weisen
löst sich aus dem nächtlich‘ Raunen.
Ich verhalte meine Schritte
fühle tiefstes Andachtsstaunen.
Schon erwacht der Waldes Atem,
in dem klangerfüllten Weben.
Horch, ein jeder Ton und Hauch
wispert fröhlich: das ist Leben.

FloravonBistram
aus meinem Buch: Licht und Schatten



#Glücklich


 

#Müde #Geliebt

Ich bin so müde

 

mag mich dem Kampf nicht mehr stellen,

der an fast jedem Tag

so schmerzhaft auf mich einschlägt,

der mich des Lebens beraubt,

das ich so unendlich

in der Natur fühlen konnte.

 

Peinigend die Messerstiche,

die unsichtbare Hände

in alle Gelenke jagen,

und die Atemlosigkeit

nimmt mir die Sonne weg. 

 

Ich fühle mich oft alt

hilflos und kaum noch wehrfähig,

obwohl ich nie ein Aufgeber war.

 

Ach könnte ich noch einmal

meinen Baum umarmen,

die Seen durchschwimmen,

im Sand barfuß laufen,

um dieses alles durchströmende

Ich-lebe-Gefühl aufzunehmen

und weitergeben zu können..

 

So gerne würde ich es teilen.

Mein Tief trage ich lieber

alleine in und mit mir.

 

floravonbistram Juni 2021





 

#Feiern #Vatertag #Himmelfahrt

 

Feiern

 

Die Einen feiern Himmelfahrt,

die Anderen den Vatertag,

Soll feiern jeder was er mag,

ein jeglicher nach seiner Art.

 

Ich brauche keinen Menschentrubel,

genieße hier für mich allein

am frühen Tag der Vögel Jubel

und freue mich, dabei zu sein.

 

floravonbistram




#Kaleidoskop #Lebensscherben #Leben

 

Meine Lebensscherben

 

Ich fege meine Lebensscherben zusammen,

schaue mir die Fragmente noch einmal an,

Erinnerungen fliegen wie Wolken vorbei,

wenn ich sie Teil für Teil in die Hand nehme.

Manche sind ganz hell und wirken fröhlich,

doch es gibt auch viele dunkle darunter.

 

Darum packe ich sie in ein großes Kaleidoskop.

Halte ich dieses nun in das helle Licht,

drehe es langsam und voller Erwartung,

zeigen sich mir bunte Bilder, angst- und sorgenfrei.

 

In einzelnen Sequenzen betrachtet

zeigt sich nie das ganze Lebensbild,

doch so rutschen immer wieder bunte Scherben

über die mir vorher so dunkel erscheinenden

und ich sehe nun voller Dankbarkeit und Vergnügen:

Mein Leben war und ist so bunt.

 

2011




 

#Frühlingsklang #Frühling #Erwachen #Natur

 

Frühlingsklang

 

Im Nebel ruht das Land verborgen,

doch glitzert schon ganz zart der Tau

im nun erwachten Frühlingsmorgen,

da lichtet sich ganz schnell das Grau.

 

Die Morgensonne zeigt ihr Lachen,

verblichen ist der Sterne Schein,

die Vögel singen vom Erwachen,

es bricht der neue Tag herein.

 

Das Neugestalten der Natur

geht nun mit Freuden seinen Gang,

in Wiese, Wald, in Feld und Flur

tönt unermüdlich Frühlingsklang. 


2001




 


#Hoffnung #Vertrauen

Hoffnung

 

ist eine Spur

in der Trostlosigkeit,

Seil

an einer steilen Wand,

Stern über meinem Weg.

Er leuchtet

und gibt mir Gewissheit

dass ich das Ziel

nicht verfehle.

 

Hoffnung schenkt uns

Sicherheit

durch fremde Wüsten

Wege zu finden,

unser Schiff

durch brodelnde Wasser

zu steuern,

dem Wissen folgend

das uns erfüllt.

 

Es gibt keine Hoffnung

ohne Vertrauen

auf die

lebendige Ordnung,

die treibende Kraft:

auf das Leben


floravonbistram





#Sonnenaufgang #Morgen

 Sonnenaufgang erleben

Sehen, wie aus tauschimmernden
mit Nebelschwaden verhängten
Tälern Farben aufsteigen,
die in schillernder Mischung
weltverzaubernd das grau-dunkelblau
des verschwimmenden Nachthimmels
in Gelb-Orange-Rosa-Rot tauchen.
Vogelgesang hören, der sich
mit zärtlichen Melodien in mein
aufnahmebereites Herz schmeichelt.
Samtweiche Luft, die mich einhüllt
und in das Leben wieder freigibt.

Der frühe Morgen küsst
meinen beginnenden Tag.
Ein Erleben, als wäre es der Tag
der Erschaffung der Welt.
floravonbistram2001



Frühlingskind

 




Frühlingskind
Weiße Glöckchen läuten leise
viele zarte Melodeien,
Vögel singen ihre Weise,
Schmetterlinge sich befreien,
aus dem nährenden Kokon,
der so lange Schutz gegeben.
Was im Winter flog davon,
zeigt nun emsig frohes Leben.
Sonnenfäden, pur aus Gold,
schweben leuchtend durch die Lüfte
und ein Kind, so lieblich hold,
eingehüllt in süße Düfte,
zieht hell lachend durch das Land,
Blumen streut`s in Wies und Feld,
reicht den Menschen froh die Hand,
Frühling hat sich eingestellt.
Wird von grüner Flur gegrüßt,
getränkt von klarer Quell und Tau
und von der Sonne zart geküsst,
zart umstrahlt von Himmels Blau.
Lasst uns still vor ihm verneigen,
danken, dass es Wärme bringt
und aus vollem Herzen zeigen,
wie das Lied der Schöpfung klingt.
© Flora von Bistram



Schlaf schlaf

 

Schlaf schlaf

 

Du trägst mich erneut in die anderen Welten,

die Zeit sie verweht und sie fordert nicht mehr.

Es singen die Nachtblumen heilendes Weben,

das Balzen der Vögel umhüllt jedes Weh.

 

Und höre ich ferne das mahnende Rufen,

dann löst meine Seele das Jetzt und das Hier.

Befreit fliegt das Wünschen zu anderen Ufern,

wo hell und belebend sich Morgen enthüllt.

 

Still steht die Uhr und ich fühle das Weichen,

ganz tief im Empfinden zeigt sich mir ein Weg,

der liebend gesegnet, der mir nun bereitet

und den ich in Frieden und Freude dann geh.

 

floravonbistram 2021





Wintersonett

 


Wintersonett


Hörst du im Tal der Kinder frohes Lachen?

Sie ziehen ihre Schlitten, fahrtbereit,

denn Schneefall lockt nach draußen – Winterzeit.

Lasst uns das Feuer im Kamin entfachen.


Du musst aus deiner Lethargie erwachen-

ach, fall mit mir zurück in Kindlichkeit.

Gesichter, heißgetobt in Fröhlichkeit.

Komm, lass uns wieder Schneeballschlachten machen.


Zu schnell enteilen uns die hellen Jahre,

so unbeschwert  voll singendem Vergnügen.

Noch sind wir stark, doch bald verklingt das Lied.


Gevatter winkt schon drüben mit der Bahre,

lass uns ihn voller Lebenslust betrügen,

woll'n Leben leben,  bis es uns entflieht.


floravonbistram 


                                                                   1953


Zum Geburtstag der Winterkinder