#Regen #Sommerregen

 

Sommerregen

 

Regenverhangenes silbernes Weben

umfließt heut die Bäume, die Wiesen und Felder

Dankbar begrüßt die Natur neues Leben

und seidiger Chiffon umhüllt unsre Wälder.  

 

Der Regen, der sich endlich reichlich ergoss,

nahm kühlend der Hitze den brennenden Hauch,

er füllte mit Wollust den erdigen Schoß

er füllt Bäche, Seen, labt Blume und Strauch.

 

floravonbistram1984












#SpanischeNacht

 Spanische Nacht

 

 

Diese Nacht ist phantastisch-

sternenklar u. berauschend.

Atemlose Lust weckt der große,

rot-goldene Mond.

Das Dämmerlicht umfängt uns.

Dieses ganz besondere Licht,

das die Haut so sinnlich,

so verführerisch schimmern lässt.

Ein leichter Wind ,

der sanft die Seele streichelt.
Milde Luft,

von der man nie genug atmen kann.

Ein zarter Hauch,

der uns immer wieder zittern lässt -

aber nicht vor Kälte.

Ich kann mich nicht bewegen,

aber ich will es auch gar nicht.

Du siehst die Lust

in meinem Auge glitzern,

wie ich auch in deinen.

Wenn alle Nächte so wären

bräuchte ich keine Tage mehr.


floravonbistram 1983




#WennderMonddieSonneberührt #Mond #Sonne #Tag #Nacht

 Was geschieht mit Mond und Sonne

 

Wenn der Mond die Sonne berührt,

wenn er zärtlich sie verführt,

wenn sie in seinen Arm sich schmiegt

und er sie sanft im Mondlicht wiegt.

 

Was wird mit Nacht und Tag passieren,

wenn Mond und Sonne sich berühren?

Sind wir dann Eins in Zeit und Raum?

Bleibt das für immer nur ein Traum?

 

Wer glücklich ist bei Tag und Nacht,

hat diesen Traum schon wahr gemacht.

Denn nur wer liebt, der kann es spüren,

wenn Mond und Sonne sich berühren!

 

Dieses Gedicht entstand zur Sonnenfinsternis 1968




Gedankenbilder

 

Gedankenbilder

 

Leg dich zu mir

in den grünen Samt

des Flussufers

Lass uns träumend

dem springenden Wasser

den fliehenden Wolken zusehen

und Gedankenbildern lauschen

die von Heimat

in der Ferne singen

 

floravonbistram 1983






Mein Lebens-Born #Wald #See #Abend

Mein Lebensborn

Fast ruhig liegt da der stille See,
umarmt von Busch und Baum,
ganz leise raschelt altes Laub,
ein Reh betritt den Waldessaum.

Der Tag verweht, das Licht versinkt,
das Wasser spiegelt es noch zart.
Im Schatten jetzt das Reh ruhig trinkt,
ein Hase sich mit Häsin paart.

Im Gleitflug zeigt die Eule sich,
hat wohl die kleine Maus entdeckt,
die eilig durch die Wiese huscht
und sich ganz schnell versteckt.

Heiser bellt von dort ein Fuchs,
wo eben noch die Hasen sprangen,
ich hoffe so aus vollem Herz
er kann von ihnen keinen fangen.

Ich döse ein und schrecke hoch,
die Zeit verflog doch viel zu schnell.
Natur ist für mich Lebensborn,
sie macht mein Leben hell.

floravonbistram 1988

  1. Born im Sinne von 
    "ein kühler Born"
  2. Brunnen, Wasserquelle



#Heilung # Nachtigall

 

Heilend

 

Ich fühl mich krank, es schmerzt und nagt

mein Herzleid und die müden Glieder,

sind Grund, dass ich so sehr verzagt.

Ich setz mich auf der Lichtung nieder.

 

Ganz warm umhüllt mich zart und sacht

die Ruhe, die ich mir ersehne.

Der Mond erstrahlt hell durch die Nacht.

Im Wald ich mich alleine wähne. 

 

Doch Knistern hier und Schuhu dort,

ein Huschen dicht an mir vorbei,

ein Ruf erklingt von nahem Ort

und plötzlich fühle ich mich frei,

 

denn als ins Sinnen ich verfall

und grübelnd mich bedauern will

ertönt das Lied der Nachtigall

durchströmt die Nacht und macht mich still. 

 

floravonbistram 1986



Mein Morgen

 

Mein Morgen

 

Verlassen das Dunkel der nächtlichen Träume

umsäuselt voll Zartheit von kusswarmen Winden

betört von den Liedern erwachender Sänger

in Dankbarkeit kann ich die Schöpfung empfinden

 

Durchschreiten die Tore zum grauenden Morgen

verlassen die Arme umhüllender Nacht

erfrischendes Tanzen im feuchtwarmen Nebel

in aufgehender Sonne bestaunen die Pracht

 

Ich kann nur empfinden wie bin ich gesegnet

durchschreite ich fühlend hier  mein Paradies

Gedanken umarmen den gütigen Schenker

der mir diese Gaben einst zukommen ließ.

 

floravonbistram um 4Uhr 30 1989



 

Geh deinen Weg

Geh deinen Weg

ungehindert und konsequent

ignoriere die Steine,

die dir Menschen vor die Füße werfen.

Übersteig sie,

geh um sie herum,

räume sie beiseite,

lass dich nicht aufhalten.

Niemals ist ein Weg nur gerade,

darum gib nie auf,

traue deinem Instinkt

und folge ihm allein.

Kommt dir der Weg dornig vor

achte auf die Rosen,

die immer zwischen den Ranken

für die Sehenden blühen.

Ist er sumpfig

und dich beschleicht die Angst,

stecken zu bleiben,

ergreife ruhig einen  morschen Ast,

er wird in deinem Vertrauen Halt sein.

Fürchtest du die Dunkelheit,

die dich wabernd umschließen will,

sing ein Lied und lausch

auf das klingende Echo der Natur.

Allein bist du nie,

denn eine schützende Hand

wird dich immer geleiten,

leg dein Haupt und dein Herz in sie. 


floravonbistram1978








#Wandel

 

Wandel

 

Sieh den Wandel in den Weiten

dort in Wald und Feld und Flur,

folg mir mit den Himmelszeiten

auf der Lebens-Jahresuhr.

 

Voller Frieden ist mein Schauen

und ich werde in mir froh,

weil ich seh, wie in den Auen

Morgenlicht brennt lichterloh.

 

Frühlingssonne küsst sanft wärmend,

taut den Frost von Halm und Blatt

und die Vögel, singend, lärmend

sind vom Hochzeitswerben matt.

 

Wird es Sommer, schenkt die Sonne

Stärke, Kraft, doch in der  Glut

brennt nicht nur die Liebeswonne,

sehnt man sich nach kühler Flut.

 

Bunt die Blätter in den Wäldern,

stiller wird es in dem Hain,

mit Getöse auf den Feldern

fährt man nun die Ernte ein.

 

Wärme schwindet mit den Lichtern,

die der Himmel uns geschenkt

und mit Fragen in Gesichtern

mancher an sein Gestern denkt.

 

Rieseln dann ganz leis die Flocken

deckt der Schnee die Welt sanft zu.

Kuscheldecken, warme Socken

geben uns dann Winterruh.

 

Lebensbilder, Jahreszeiten,

Werden- und Vergehens Sinn,

werden immer uns begleiten

bis zu unserm Ende hin.

 

floravonbistram 1989







#Lenz #Frühling

 Lenz

Wie singt der Wind so süß sein Lied
weich fliegt es mir ins Herz.
Es tanzt das Bächlein silberhell
die trunkensüße Terz,
die mir die Hoffnung neu besingt,
mit Morgentau umkränzt.
Das Morgenlicht den Tag erklimmt
weil es so herrlich lenzt.
floravonbistram1993









#Flucht #Flüchtlinge #Ukraine #Krieg

 

Ich nenne sie Gäste

Wir geben ihnen Raum, Essen und Kleidung,

wir gewähren Hilfe und Beistand

doch in den Herzen der Menschen

die ihr Zuhause verlassen mussten

nagt die Angst um ihre Lieben

durchdringt der Schrecken der Bomben den Schlaf

und schmerzend brennt die Sehnsucht

nach der Heimat und Vertrautem

Wie lange wird es währen

Wann können wir heim steht in ihren Augen

 

FvB2022


Eine Mutter und ihre 2 kleinen Töchter fanden bei uns einen kleinen Ruhepol. Völlig ohne Gepäck, nur mit 2 Kuscheltieren und den wichtigsten Dokumenten kamen sie hier nach tagelanger Odyssee an. 

Warum kein Gepäck?

"Ich wollte beide Hände frei haben, um meine Töchter festhalten zu können!"

Ich weine

ich weine vor Dankbarkeit

dass ich dies

nie mit meinen Kindern erleben musste



Lasst uns Hoffnung haben und geben



#Feigling #Angriff #Krieg

 


#Frühlingsmorgen #Frühling #Sonne

                                                            Frühlingsmorgen
 
Dunstig schleicht im frühen Grau
heller Nebel durch die Felder,
legt sich als gereifter Tau
auf die Wiesen und die Wälder.
 
Sonne leckt das kühle Nass,
streichelt mit den warmen Händen
Äste, Blätter, mattes Gras,
kann den Tag mit Wärme wenden.
 
Endlich wieder Sonnenschein
und der Vögel Hochzeitssingen,
lädt zum draußen Sitzen ein,
lässt die Herzen höher springen.
 
Bunte Paare tummeln sich
in den unbelaubten Hecken.
Himmelsblau, das lockt auch mich,
wird den Frühling endlich wecken.
 

floravonbistram





#LichtesBlau #Winter #Frost

 

Lichtes Blau

schiebt sich

in graugemalten Tag

Flocken haben ausgetanzt

und geben unserer Welt

friedvolles Leuchten

 

Aufgebrochene Felder und Wälder

tragen Mäntel mit Diamanten

Schritte knirschen

Atem bildet Frostherzen

und steigt himmelhoch

unsere Zweisamkeit

wärmend in der Erinnerung

 

floravonbistram 2002




#Lichtkuss #Winter #Wald

 

Lichtkuss 

 

Blattlose Bäume im Graukleid des Winters,

wo Bruchäste schlagen im wechselnden Takt,

ein Krächzen und Knarren, Spechtklopfen an Stämmen,

dort zieht Nebel wabernd und hüllt alles ein. 

 

Durchdringen dann plötzlich Sonnfinger das Dunkel

und raffen den düsteren Vorhang ganz leicht,

tanzt flirrend ein Strahl auf vermodernden Blättern

küsst Welkes und Knospen mit lockendem Gruß, 

 

dann zaubern die Bahnen sanft flutender Strahlen

wie goldene Pinsel das Licht in den Wald.

 

floravonbistram




Kurz vor des eignen Lebens Ende

 

 

Kurz vor des eignen Lebens Ende,

wenn Seele den Verstand besiegt,

wenn Fühlen Denken überfliegt,

dann nimmt so manches eine Wende.

 

Verzeihen steht an erster Stelle

man wertete oft viel zu hart,

geriet zu schnell in Abschussfahrt,

und trennte sich dann auf die Schnelle.

 

Die Habenseite lässt sich füllen

mit Glück in so viel kleinen Dingen,

die wir wie nebenbei einfingen,

weil sie sich in‘s Alltäglich hüllen.

 

So bitten wir von Herzen heute

was fehlten wir in unsrem Leben

- wie wir auch euch - nun zu vergeben,

vor dem man sich so lange scheute.

 

In Frieden sieht man auf das Ende,

das Überschreiten in das Licht,

das Dunkel fürchtet man dann nicht,

begibt sich ganz in höchste Hände.

 

floravonbistram