Reichtum




Lausche den Worten der Welt,
deute und verstehe ihren Sinn.
Fühle die Klänge der Natur,
und lass sie in dir tönen.
Sieh den inneren Reichtum des Lebens,
der allein Zufriedenheit schenkt.


2001

Unendlichkeit



In der Unendlichkeit eines Traums
beim Betrachten tausender  Sterne,
im stillen Umarmen eines Baums,
doch auch bei Reisen in die Ferne,

kommen Gedanken, Sternschnuppen gleich,
wehen dich fort aus Raum und aus Zeit,
halten dich sinnend, erinnerungsreich
hüllen Erlebtes in ein neues Kleid.

Und wenn du erwachst, ist Frieden in dir;
gestärkt, voller Glück siehst du ein -
es öffnet sich stets eine neue Tür
jedoch hindurchgehen musst du allein.

FvB2007

Fülle dein Herz mit Frieden




Mit uns selbst und den Mitmenschen
im Frieden zu leben
ist das Schwerste,
was wir von uns verlangen können.
Ist der Kopf voller Misstrauen und Egoismus
finden das Herz, die Seele niemals
Wege zum Miteinander.
Frieden fängt an,
wo Hass, Neid und Gier aufhören.
Veränderung schafft man nicht mit Gewalt,
 sondern mit dem Herzen.

Fülle dein Herz mit Frieden.

Atem holen in der Stille,
eins werden mit der Natur, dem Ganzen.
Beuge dich nicht dem täglichen Kleinkrieg,
der Hass sät und gründet.
Gewalt im eigenen Inneren
wird Niemandem  Frieden bringen,
also müssen wir uns frei machen
von Egoismus,
denn der schafft die Grundlage
für alle niederen Instinkte
und macht gefühllos
für das Leid und den Schmerz der Anderen.

Fülle dein Herz mit Frieden.

Lasst uns allem
mit Ehrfurcht und Akzeptanz begegnen,
was schwach und verletzlich ist,
aber auch dem,
der mehr Stärke hat als wir,
wir müssen uns verbünden.
Schau hin und sieh alles,
was glücklich machen kann.
Es wird  keinen Frieden geben,
wenn wir  nicht bereit sind,
den ersten Schritt zu machen,
die Hand zu reichen,

darum fülle dein Herz mit Frieden.

2002



Herbstgedicht




Ist das Jahr im Herbst schon faltig,
gilt es doch als arg verbraucht.
Sieh nur, wie der Sturm gewaltig
jetzt um alle Ecken faucht,
stark er an den Bäumen rüttelt
bis das Obst herunterspringt,
wenn er kräftig weiterschüttelt,
laut sein Lied die Zeit durchdringt.

Niemals sollten wir verzagen,
weil im Lebensherbst wir stehn,
denn noch können viel wir wagen,
unsre eignen Wege gehn.
Hielten stand so manchen Winden,
trotzten Unbill, jederzeit
können neue Kraft  wir finden
für den Winter - sind bereit.


Taumel des Tanzes





Ich fühlte Vergangenheit
und Zukunft verschmelzen,
dort in dem Park,
als unsere Wege
sich erstmals kreuzten.
Die Welt blieb stehen,
bei der Begegnung unserer Augen,
der Tag reichte der Nacht die Hand,
die Jahreszeiten umtanzten uns
mit ihren  schönsten Farben
und jeder Vogel ließ für uns
sein schönstes Lied
zum Himmel steigen.
Ein Netz der Verbundenheit,
gewebt von den Nornen,
legte sich über uns.
Und die Flammen des Lebens
ließen unsere Herzen  erglühen,
fanden sich, im Taumel des Tanzes
der immer wieder
suchenden und findenden Liebe.


Herbstbeginn



Silbergespinste
voller funkelnder Diamanten,
wippend in dem sanften Wind,
zwischen Halmen und Ästen.
Goldener Horizont,
Farbenspiel
im beginnenden Morgen.
Altweibersommer genannt.
Blätter, bunte Kleckse
im vergehenden Grün,
noch satt leuchtend-
doch nicht mehr lange.
Bald schon raschelnd
und zerfallend.
Satter, schwerer Dunst
über den Wiesen
deutet eine Ahnung an
von kommender dunkler Zeit.
Herbstbeginn
zeigt uns die Vergänglichkeit,
jedoch in schönster Harmonie.



Ein Stern



Ein  kleiner Stern war ich einst vor Jahren
in des Vaters  Augen als  funkelnder Blick,
in der Mutter Herz als sehnsüchtiger Traum.
Ihr Verlangen führte sie voll seligem Glück
zur Maienzeit unter den blühenden Baum
so durft` ich Natur schon zur Zeugung erfahren.



Flora von Bistram 1977












Tanzen in den Wipfelkronen

In den Ästen will ich schwingen,
tanzen mit den Wipfelkronen.
Möchte in den Blättern wohnen,
hell das Herbstlied für sie singen.

Mit den Augen will ich trinken
diese Farben  - voll Erstaunen
hören, wie sie leise raunen,
wenn sie sanft zur Erde sinken.

Voller Andacht will ich schweigen,
wenn sie leuchtend bunt sich drehen
und von ihrem Baum wegwehen,
mich vor dieser Pracht verneigen.


floravonbistram 2002


#oktober #jahreszeitFlamenco der Sinne






Rot – goldene Zeit - Oktober
Wie sehr lässt du noch einmal
die Kraft der Jahreszeiten
an uns vorüberziehen.
Willst du uns entschädigen,
im voraus stimulieren,
dass wir die tristen Zeiten überstehen?
Mein Herz wird weit,
weit wie der Blick, den ich hier habe,
berauschend in der Sonne
zeigen sich die Farben der Reife,
der Wollust und der Freude,
wie sie in alten Büchern
beschrieben werden.
Gold- das Glänzende für Reife,
Purpur für Verführung und Wollust,
Dunkelgrün für Freude und Sättigung
und dazu der Himmel,
morgens ins zarten Rot- Goldtönen
wie gute Weine nebeneinander,
abends feurig, wie empfundener Flamenco
und doch auch wieder ausgleitend
in Ruhe und Besinnung,
wenn die Rottöne
verschluckt von der Dunkelheit
ins Nichts abgleiten…






Farbtöpfe der Natur

In  die Farbtöpfe der Natur
griffst du großzügig
mit beiden Händen,
mischend, um dann
weiche Töne zu locken.
.
Lachend, voller Übermut
schütteltest du deine Hände
und der springende Wind
trug die Spritzer
über Berge und Täler.

Farben, uns umschmeichelnd,
die das Auge verwöhnen,
satt, schwer und doch
so sehr verzaubernd
in der reifen Vielfalt.

Glitzernde Tropfen in Zweigen,
schimmernde Seide
gesponnen im Gras,
der Ruf der Wildgänse
und der ziehenden Kraniche,
ausklingender Sommer,
Herbst.





Spinnen



Zauberin durchs ganze Jahr,

mancher Hausfrau zum Verdruss

webst und spinnst du wunderbar,

vor deiner Kunst mich neigen muss.



Im Morgentau sieht man sie funkeln,

wenn Sonnenlicht sich darin bricht,

verfängt sich gruselig im Dunkeln

darin, man sieht sie nächtens nicht.



Ein Wunderwerk, das Netz von Spinnen,

elastisch wippend dort im Wind,

dem die Insekten nie entrinnen,

die einmal drin gefangen sind.














Schaut Euch auch mal hier das wundersame Gebilde an



Morgengrauen




Im schwarzsamtenen Kleid,
mit Sternen bestickt,
tanzt die Nacht,
geschmückt mit Perlen
aus nächtlichem Tau.
Auf moosigen Pfaden
geben sich Elfen und Trolle
ein mondbeschienenes Stelldichein,
zur Musik der Zweige im Wind,
den klagend, doch warm schwingenden
Rufen von Eule und Kauz,
dem rhythmischen Flüstern und Wispern
in Gras und Busch.
Schleier der Nymphen wehen
im aufsteigenden Nebel,
zur ewigen Melodie
von Nacht zum Tag.


Flora von Bistram 1996

Dank an die Nacht



Einsamer Weg, im  Mondlicht taumelnde Falter,
die sich in meinen Haaren strampelnd verfangen.
Baumarme,  gestreckte Finger himmelwärts weisend,
raschelnde Nachtgeister  in der Hecke,
Glühwürmchen, ihr Kleinen, mit euren leuchtenden Fackeln,
ein klagender Ton, ein Käuzchen wacht und es treten-
vorsichtig witternd - Rehe auf die lockende Lichtung,
die dann friedlich äsend mich nicht bemerken.

Wunderschöne, berührende, allumfassende Nachtwelt,
in denen alle Wesenheiten der Schöpfung mich umfliegen,
mit ihrem Zauber meinem Herzen Welten  öffnen,
die meinen Augen bisher verborgen geblieben sind,
mich endlich wieder tief atmen lassen
in der lauen, von Blütenduft geschwängerten Stille,
die dennoch voller geheimnisvoller Laute ist.

Elfen, Zwerge, Trolle, Feen und Engel erstehen auf
aus den Erinnerungen der Träume meiner Kindheit,
die mich leben ließen, mich beschützten, mir Wege zeigten
aus abgrundtiefem Schmerz und größter  Verzweiflung,
mir durch das Licht den Glauben an Führung erhielten,
im allerschwärzesten Dunkel meines Suchens
nach des Lebens großer Wahrheit und Erklärung.



Erwachend



Wenn des Morgenlichtes Lächeln
Dunkels Vorhang hell durchbricht,
öffnen sich die Blütenkelche,
streben hin zum Sonnenlicht.

Horch, das Schweigen in den Auen
flieht den hellen Vogelsang,
und die Weide an dem Bächlein
wiegt sich sanft zu Windes Klang.

Perlend Tau noch silbern schimmert,
tausend Düfte wachen auf,
kleine Wellen fröhlich springen,
Tag beginnt nun seinen Lauf.

Flora von Bistram
Foto von meiner Nichte