Glück


Glück ist nicht messbar,
oft liegt die Größe des Glücks
in einer Winzigkeit,
die wir übersehen,
weil wir auf das große Glück
zu verbissen warten.
Glück ist oft nur ein Moment,
ein Geruch, ein Blick, ein Genuss..
nichts ist so intensiv
und nichts ist so flüchtig.

FvB 2004



Nur im Erkennen
des eigenen Glücks,
in den kleinen Dingen
erkennt man auch das Leid
der anderen
und nimmt sich selbst
nicht mehr so wichtig



Kennst du das auch?

Deine Blicke schweifen fernelos,
ohne ein Ziel festhalten zu wollen,
dein Kopf ist völlig gedankenlos,
ohne etwas überlegen zu müssen.
Du bist einfach nur da, atmest,
ohne es dir bewusst werden zu lassen,
lebst, weil du bist, in dir ruhst,
einfach nur das Jetzt geschehen lässt.

Diese Macht ist schwerelos.
Es ist nicht leicht, zurückzukehren
in das Denken, Fühlen, Handeln,
denn schnell holt dich
damit die Schwere wieder ein.
Darum lass diese Momente
immer wieder zu,
du brauchst dieses
ab und zu Nichtsein.

FvBistram






Der Sänger Wettstreit


An einem Strahl der warmen Sonne,
da hielt sich fest der kleine Spatz,
rang mit des Windes Hauch voll Wonne,
um einen guten Sängerplatz.

Da fielen ein viel munt`re Stimmen,
mal hell, mal dunkel, laut und leise,
viel höher wollten sie erklimmen,
Star, Dompfaff, Kleiber, Specht und Meise.

Doch dann ertönt` wie helles Klingen,
das Lachen eines frohen Kindes,
und schon verstummte buntes Ringen
im Sängerstreit der Vögel und des  Windes,

ganz kurzes Lauschen und ein Innehalten,
die Welt sie neigte vor dem Kind das Ohr,
doch dann, im frohen miteinander Walten
erklang geeinigt ein frühsommerlicher Chor

FvB


AFRIKA


 
Tränenlose Augen
Spiegel des Leids
Blick ins Nirgendwo
Mütter
in kraftlosen Armen
kleine Wesen
keine Kraft zum Schreien,
geboren ins Elend
in Krieg und Hunger
umschwirrt von Fäulnis
der lästigen Fliegen
gleißendes Licht
holt dich zurück
aus der Qual
Seele
die die Welt
berühren sollte
           
 
                                                                  FvB       2007


 

Metamorphose




Entkommen
der Enge,
Abstreifen
der alten Hülle,
dem Kokon
entwachsen .
Wandel,
innewohnend
jedem Erneuern
Verlassen der
Finsternis und Stille,
Leben,
nicht mehr verborgen,
Erheben
mit ausgebreiteten Armen,
Flügel,
die ins Licht tragen,
aus der Einsamkeit
in gemeinsames Schweben.

Fvb1998



Selbstachtung


Wenn wieder der Schmerz
deiner gepeinigten Seele,
deines geschundenen Körpers
Türme besteigt,
von denen herab
er brüllend den Weg
zu den verschlossenen Ohren
der lärmend Wegschauenden
zu finden sucht,

wenn du dich befreien willst
von den Knebeln
der Schweigsamkeit ,
die dir eingeprügelt wurden,
deine  Schändung und Entwertung,
dir keine Nähe erlauben,
die Zerrissenheit der Gefühle
dich in den Abgrund der Verdammnis
in Nichtachtung deines Ichs
verbannen will,

dann lass es nicht zu,
sprich dich selber frei
und glaube nicht,
entfliehen zu können,
besiegen wirst du das Leid nur,
wenn du deine Kraft zeigst.
Umwinde dein Kreuz
mit Blumen der Liebe
für dich selbst,

schrei  ihnen ins Gesicht:
„Ich habe keine Schuld,
ich bin stark,
denn ich habe es überlebt!“

FvB 2003



Du fehlst mir so sehr



Wie oft streift das Erinnern meine Seele
und zeichnet mir dein Bild in Himmelsblau,
es flüstert: „Immer wenn ich dir so fehle,
dann höre in den Wind wie heut und schau-

ich will dir helle Wolkenbilder schenken,
wie einst, als wir noch inniglich vereint,
denn nur mit Freude sollst du an mich denken,
wenn deine Seele voller  Sehnen weint“.

Ich höre Dich in meinem tiefen Sinnen,
auch fühle ich dich fast noch körpernah
und weiß, ich muss alleine neu beginnen,
wie schwer nach all dem Glück, das uns geschah.

Wie sehr fehlt mir dein unbeschwertes Lachen,
versuch in Traumgebilden  dich zu finden,
weil doch  so oft in nächtebangem  Wachen
die Traurigkeit Vergangenes will binden.

Wenn Nebelschwaden aus den Wiesen steigen
und Sonne unser Wolkentor durchbricht,
dann wird sich mir das Weiterleben zeigen,
seh`  Zukunftsfreude  ich im Hoffnungs- Licht.


FvBistram




Vertrauen



Offen für das Heute
unberührt von Vergangenem
lege ich  mein Vertrauen
liebend in dein Herz
und küsse es auf deinen Mund
in der Hoffnung
dass beide es nie
verletzend missbrauchen


Flora von Bistram


Hoffnung und Mut




Wenn du mich vermisst

Wenn du mich so sehr vermisst,
dann schau zum Himmel auf,
denn ich werde der Wind sein,
der dir die Haare zerzaust,
bin der Sonne Strahlen,
die dich liebend warm umfangen,
will als erfrischender  Regen
dir  Kühlung und Leben bringen,
zeige dir in meinen Regenbogenfarben
die Schönheiten der Welt,
fühl meine Hände, meinen Atem
im Leben um dich herum,
riech mich, schmeck mich,
hör und sieh mich
in Allem, was wir gemeinsam waren.

Ich bin bei dir, Jederzeit.

FvB

Glück


ENKEL

Kleiner Mensch – Großes Wunder

Ganz still wird um mich her die Welt,
die nicht mehr zählt, wenn ich dich seh,
jedweder Kummer von mir fällt,
vor Glück wird mir ums Herz ganz weh,

denn lange war die Zeit bis heut,
bis du das Licht der Welt erblickt,
wir haben uns auf dich gefreut
und sind unendlich tief beglückt.

Es reihen sich Unendlichkeiten,
wo Seelen sich mit Seelen binden,
jahrhunderlange Ewigkeiten -
in denen wir uns wiederfinden-


geknüpft als wundersames Netz
in welchem Schicksalsnornen weben,
durch gestern, morgen und im Jetzt,
zu dem Kokon, zu unserm Leben.


1995





Mein Leuchtturm

Mein Leuchtturm in der Nacht,
entzündet von höherer Macht,
weist immer mir den rechten Weg,
dass ich nicht strauchel an jedem Steg,
des Lebens Fallstricke leicht umgehe
und stets mein Ziel vor den Augen sehe.

FvB





ZURÜCKLEHNEN
AUGEN SCHLIESSEN
NUR DER MUSIK LAUSCHEN
GNADE
HÖREN ZU DÜRFEN
GNADE
SO SPIELEN ZU KÖNNEN


Meine Wiese



Lieblich bunte Blumenwiese,
du warst einst mein Paradiese,
wo bist du nur hingekommen?
Ach, man dich mir genommen

und hat auf dir, welch ein Übel,
Gift gestreut aus vollem Kübel,
weil nur das Gehirn gedacht,
alles ohne Sinn vollbracht.

Alle Vielfalt ging verloren,
Schönheit wird nicht neu geboren,
denn sie wurde so vernichtet.
Niemand da, der dieses richtet.

1981

 Dank an Karl Hilber für das schöne Foto