#Sinnesrausch ... Entrückt



Inmitten der blühenden Wiese

in duftendem Gras
zwischen Löwenzahn und Klee
Raunende Bäume im Wind
Von fern 
das Schnauben der Pferde
Entrückt der Welt
unsere Körper eins
Im lebendigen grünen Brautbett
Sinne berauschende
wilde Ekstase
begleitet vom milden Summen
uns nicht beachtender Bienen
Heiß und feucht 
Umschlungen
als wäre es für die Ewigkeit

floravonbistram1971



#Demenz



Verwehendes

Wolkenweich versinken Gedanken
Das Gestern und Heute
vermischt sich mit dem Tanz
der Blütenblätter im Wind
Lächeln kommt aus Anderswo
Plötzlich hilfloses Schauen
Suche nach Beständigem
Verwischte Zeit flieht
in das Prasseln des Regens
Sonnenglanz im Nichtmehr
Tastend gekrümmte Hände
im Greifen nach dem Vergessenen

floravonbistram 2002





#Sonett für den ertappten #Lügner



Sonett für den ertappten Lügner

Bevor du heimgehst, brich dein dunkles Schweigen,
sprich offen, schau mir direkt ins Gesicht.
Warum dein Mund wohl nie die Wahrheit spricht?
Du sollst nicht lügen, sondern ernste Reue zeigen.

Wie oft Ertappte ihre Blicke neigen,
gerad, als stünden sie schon vor Gericht
und doch bekennen sie die Schuld noch nicht,
sie tanzen weiter in dem Höllenreigen.

Ich will dein Stillsein länger nicht ertragen,
leck still die Wunden, die du mir geschlagen
und warte, dass der Schmerz verblasst.

Dann, irgendwann, werd‘ ich ganz ohne Fragen,
und ohne mich darüber zu beklagen,
erkennen, du warst meiner Seele Last.

floravonbistram 1994





#Traum - #Träume verschenken



Träume verschenken

Ihr wolltet mir
meine Träume nehmen
doch ich
versteckte sie vor euch.
Habe sie in kleine Töpfe gepflanzt
und still begossen.
Die kleinen Pflanzen
hegte ich und
ließ sie Samen treiben.
Diese legte ich als Geschichten
in Kinderherzen
und als Reime
schenke ich sie denen,
die danach verlangen.

Flora von Bistram 1978


#Regenbogen



Auf des Regenbogens Strahlen
sammelt sich das Bunt der Welt,
als ob Hoffnungshände malen -
Schönheit, dass man innehält.

Sucht nicht jeder ganz im Stillen,
trachtend nach des Glückes Schein,
hofft, dass Wünsche sich erfüllen,
flüchtet sich in fremdes Sein?

Lebt nicht nur für eure Träume.
Bleiben Wünsche unerfüllt,
gibt das Leben euch die Räume,
darin ihr die Sehnsucht stillt.


floravonbistram 2001


#Frühlingslust



Fiel die Sonne auf die Erde?
Nein, der Raps kopiert sie nur
und ein gutgelaunter Maler
tupfte farbig Feld und Flur.

Windgesteuert huschen Wolken,
malen Schatten hier und dort,
doch die warme Sonnenzunge
leckt die dunklen Farben fort.

Grüner Teppich lädt zum Rasten
und zum Still- Verweilen ein,
Frühchoral der Flügelträger
kann mein Seelenbalsam sein.

Und die Wälder wogen rauschend,
biegen sich im Frühlingswind,
geben Tieren Schutz und Nahrung.
Dort ich gerne Ruhe find‘.

Lausche still dem regen Leben,
findet es um uns doch statt.
Dankend falte ich die Hände,
trinke mich am Frühling satt.

floravonbistram 2001











Der #Wonnemonat #Mai



Der Wind zerzaust mir warm mein Haar,
die Morgensonne – wunderbar!
Ich fühle mich als Himmelkind,
das sich auf Erden wiederfind'.

Es tanzt ganz wild der Blütenstaub,
umwirbelt leuchtend frisches Laub.
Der Mensch verfällt dem Hochzeitsrausch,
der Zärtlichkeit, dem Küssetausch,

was diesen Wonnemonat prägt,
der Dunkel aus den Herzen fegt.
Die Saat geht auf in Flur und Feld,
es scheint, als lache alle Welt.

Und auch die Tierwelt sehen wir
voll Liebeswerben im Revier,
beim Balzen, Singen, Eierlegen,
beim Brüten, Füttern, Nester pflegen.

Genießt mit mir die schöne Zeit,
im Sonnenglanz voll Heiterkeit.
Lass singen uns, von Herzen frei:
„Es gibt pro Jahr nur einen Mai!“


floravonbistram 1995 (2002 überarbeitet)






#Seele voll #Glück



Im Farbenrausch der Zeit
taucht die Seele in ein Meer voll Glück,
aus dem sie die Perlenkette,
geknüpft aus Momenten der Tiefe,
mitnehmen und zur steten Freude
für Jahre bewahren kann.


floravonbistram


#Farbenspiele



Wundervolle Welt,
ich atme junges Leben
und ich fühle mich umarmt
von den Farbenspielen.
Wie reich bin ich,
dass ich sehen, hören,
riechen, fühlen 
und schmecken kann.
So unendlich reich.


FvB


Unser "Wildpark"

#Frühlingsnacht






Ein Feen- und Elfenlied lag in der Luft
Ein sehnendes Etwas, das tief in uns ruft,
das trieb mich hinaus, doch ich blieb häufig steh’n,
ich schaute umher, um sie tanzen zu sehn.

In Blüten gesucht, in Gras, Wald und Wind -
doch sah ich sie nicht, bin nicht mehr das Kind,
das gläubig im Herzen die Wesen entdeckt,
doch fühlt' ich sie nah, in den Zweigen versteckt.



FloravonBistram 1975










#Unruhig




Was macht mich so unruhig,
was treibt mich nach draußen,
mit suchenden Blicken
durch Felder und  Wald?

Wer stellt meine Ohren
auf schweigendes Lauschen,
ob nicht schon ein Ruf
durch die Luft hell erschallt?

Das Kribbeln auf Wangen
beim Sonnenstrahlstreicheln,
das Prickeln des Windes,
lauwarm auf der Haut,

das Zwitschern und Zwatschern,
das Schnäbeln und Plauschen,
das macht es, dass Fühlen
nach Frühling ausschaut.

floravonbistram




#Ostern







Haben wir auch nichts vergessen?
Reicht für Alle wohl das Essen?
Frisch gemacht sind alle Zimmer.
Ach, am Vortag ist es schlimmer,
als an allen Feiertagen.
Doch wir woll’n uns gerne plagen
für die Enkel-Kinderschar.
Wir wollten’s so, das ist wohl wahr.

Eier malen und verstecken
freu‘n, wenn Enkel sie entdecken,
Mittagessen mit den Schätzen
und sich zeitlich gar nicht hetzen-
ja so war der Ostertag…
schön, weil ich es so mal mag.

„Gibt’s den Hasen wirklich echt?“
„Omi, mir ist furchtbar schlecht.“
„Kannst du mir das Ei abpellen?“
„Muss der Strolch so furchtbar bellen?“
„Ist das Korb-Moos aus Papier?“
„Bitte Bart, schließ doch die Tür!“
Solch Tumult gehört zum Tag,
das ist es, was ich so mag.

Nun sind Alle weggefahren,
Ruhe herrscht. In all den Jahren,
die wir diese Bande lieben,
ist es immer schön geblieben.
Lebenskreislauf war uns hold,
ja, das hab ich so gewollt.



floravonbistram 2003



#Ich liebe



Ich liebe die leisen Töne
die Stille und die Einsamkeit
fernab dem Siedetopf der Zeit

Ich atme die sanften Düfte
die Anmut der Natürlichkeit
und ungeschminkte Heiterkeit

Ich lebe die Jahreszeiten
das Sehen der Lebendigkeit
versunken in der Endlichkeit

Ich gehe dann eines Tages
voll Sehnen nach Geborgenheit
vergehend in der Ewigkeit
die Seele voller Dankbarkeit


floravonbistram




#Licht und Schatten

Meine Dingefindeballade Man nennt mich Dingefinderkind, weil mir auch Träume nahe sind, die andere doch niemals sehen und einfach lächelnd übergehen. Ich freue mich an buntem Glas, das scherbig in der Sonne funkelt und schaue still in grünes Gras, wo sich ein kleines Erdloch dunkelt, aus dem zwei Mauseaugen blitzen. Ich möchte gerne alles schützen, was mir begegnet Tag für Tag. Ich oft es nicht benennen mag. Die kleine Feder, wie ein Hauch, die nutzen Elfen schon als Brauch, sie stecken sie sich in ihr Haar und tanzen dadurch wunderbar, noch leichter, als die Vögel fliegen noch zarter können sie sich wiegen, im ersten milden Frühlingswind, doch huschen sie auch ganz geschwind ins schützend Moos- und Blumenhaus, sie lugen vorsichtig nur noch heraus, wenn sie die schweren Schritte hören, mit denen Menschen zu gern stören. Ich finde einen kleinen Zweig, den ich dann meinem Bruder zeig. „Schau an, es ist hölzern Wicht!“ Er lacht mich aus, er sieht das nicht. Ein Stein zeigt mir ein frohes Lachen, das kann mich immer lächeln machen, ich stecke ihn auch gar nicht ein, er mag am Feldrand glücklich sein. Und dort, ein Nest, alt und verlassen, ich glaub es kaum, kann es nicht fassen, wächst doch darin ein kleiner Keim. Ich trage dieses Nest mit heim an meinen kleinen stillen Ort im Holzschuppen, das ist mein Hort, wenn es mal ganz geheim sein soll. Hier sammel ich, stets freudenvoll, was mir so jeder Tag beschert und nur mir ganz allein gehört, und wo auch niemand mich verlacht, wenn ich mein Ding mit heim gebracht. Da liegt auch meine alte Flasche und meine Kindergartentasche, die schon durch viele Hände gingen, doch mein Erleben mit einfingen. Der Stofffetzen ist knallig rot, ich fand ihn neben altem Brot, das noch den Hühnern mag genügen, ich seh den Stoff doch voll Vergnügen, weiß, ihn verlor die Flickenfee, doch tut ihr der Verlust nicht weh, sie hat so viel davon gefunden und näht und bastelt viele Stunden an einer bunten Weltendecke. Bedeckt damit dann jede Ecke, die dunkel auf der Erde scheint und so die Freud mit Freud vereint. Heut bin ich die Stehrümchenfrau, noch immer gerne mir anschau, was ich gesammelt dann und wann. Ich heb es auf und freu mich dran. floravonbistram 1981

#Hoffnung



Hoffnung

ist eine Spur
in der Trostlosigkeit,
Seil
an einer steilen Wand,
Stern über meinem Weg.
Er leuchtet
und gibt mir Gewissheit
dass ich das Ziel
nicht verfehle.

Hoffnung schenkt uns
Sicherheit
durch fremde Wüsten
Wege zu finden,
unser Schiff
durch brodelnde Wasser
zu steuern,
dem Wissen folgend
das uns erfüllt.

Es gibt keine Hoffnung
ohne Vertrauen
auf die
lebendige Ordnung,
die treibende Kraft:
auf das Leben


FvB




#Ostpreußen - Wiedersehen mit der Heimat



Da ist sie, die Allee der Linden,
wir gehen wie durch Zauberland,
wie werden wir die Heimat finden?
Es klopft das Herz, zittert die Hand.

Nun steh ich hier, vertraute Erde,
die keiner rodet und bebaut.
War nicht einmal das Wort: es werde,
bevor der Mensch die Welt erschaut?

Schwertlilien in den Sümpfen blühen,
die Störche fischen ungestört,
und in der Mittagshitze Glühen
der Lerche Lied uns heiß betört.

Die Heimat, ach so voller Schönheit,
es steigen in die Augen Tränen.
So unbebaut - Paradieseszeit,
in die wir uns versetzt fast wähnen.



FloravonBistram für Traute





#Liebe



Ich denke an dich


Stets denke ich an dich,

wenn die Natur ganz frisch erwacht,

die Sonne warm vom Himmel lacht,

denn dann berührst du mich.

Oft denke ich an dich,

wenn Frühling Blütenträume malt

und überall ein Lachen strahlt,

denn dann lachst du für mich.


Heut denke ich an dich,

denn unser Meer hebt sich laut tönend

und Winde toben klagend, stöhnend,

denn so sehr klage ich um dich.


Laut denke ich an dich,

wenn Vögel deinen Namen singen,

die Blätter rascheln und erklingen,

dann singen sie für dich und mich.


Still denke ich an dich

wenn nachts im Kerzen-Flackerscheine

ich manchmal sitze, um dich weine,

doch dann umarmst du mich.


Floravonbistram 1995



#Sonnenstrahlen




Die Sonne schenkte jederzeit
mir ihre Strahlen, warm und licht,
ich legte eine Sammlung an,
falls Dunkelheit anbricht.

Heut möcht' ich sie dir geben,
damit, wenn du betrübt,
dir dann das Strahlenbündel
die Freude wiedergibt.


Flo 1962


#Frühlingsballade



Heut klopft das Herz in stillem Glück,
weit wandern lächelnd die Gedanken,
blieb doch so mancher Traum zurück,
um den sich nun Geschichten ranken.

Aus ferner, lang vergang‘ner Zeit,
erklingen viele Melodien,
die nicht nur voller Heiterkeit
noch immer in den Bann mich ziehen.

So manches Lied ward einst gesungen,
und viele Spiele sind gespielt.
Warum sind sie nie ganz verklungen
und werden noch ganz gleich gefühlt?

Ich stelle oft mir diese Fragen
und manches werd ich nie verstehn.
Von starken Armen sanft getragen,
soll'n sie mit mir dereinst vergehn.

Der Lenz wird wieder neu erblühen,
der Winter dauert nicht mehr lang
die Vögel wollen heimwärts ziehen.
Mein liebes Herz, mir ist nicht bang!

Die Weidenkätzchen werden blühen
die Knospen stehen prall und rund,
die Blüten werden Staub versprühen.
Die graue Welt wird wieder bunt.

Die Sonn‘ wird hoch am Himmel stehen.
Um schnell erwärmend sie zu küssen,
wird lächelnd sie die Welt ansehen.

Ich möcht im Frühling gehen müssen!

floravonbistram




#Haiku #Frühling


Haiku Frühling 1
Eiszapfen tropfen
Sehnsucht im Werden und Sein
Der Wind singt Frühling



Haiku Frühling 2
Sehnendes Tönen
Flockenlieder singt der Wind
Frühling ist nicht weit



Haiku Frühling 3
Der Sonnenstrahl küsst
Eispanzer brechen krachend
weinen Frühlingstränen



Haiku Frühling 4
Kältestarre weicht
Sonnenfinger streicheln warm
Knospen brechen auf



Haiku Frühling 5
Leuchtend heller Tag
Blumenkinder wachgeküsst
tanzen Frühling ein



floravonbistram