Friedenstauben



 

Heimgekehrt sind müde Tauben,
die den Friedenszweig verloren
in den Bomben jener Mächte,
die sich selbst  dazu erkoren,

über Schutt und über Leichen
Herrscher dieser Welt zu werden.
Unterdrückung, Armut, Leiden
überwiegen bald auf Erden.

Lasst nicht die Despoten siegen,
sonst ist für uns alle Nacht.  
Reicht einander drum die Hände,
zeigt durch Friedensketten Macht.

Helft den Tauben wieder fliegen,
hoch hinaus ins Himmelszelt,
lasst sie Hoffnungsblüten tragen
über  unsre schöne Welt.

FloravonBistram




Nacht und Tag





Die Nacht setzt sich ins Sternenhaar
den silbermatten Mondenreif
und breitet ihren Mantel aus,
der  dunkelsamtig  niederschwebt.

Erst wenn der junge Tag sich schmückt
mit rosa-rot-orang’nem Kranz,
verhüllt sie die Lyridenschar
und gibt dem Licht den Raum.

Wiesengeister knüpfen Ketten,
Perlenschnüre, Silbernetze
und ein sanfter  Morgenwind
lässt Sonnenstrahlen im Wasser tanzen.

1988


Betrogen


Betrogen

Vertrauen gebrochen
und stumm bleibt das Wort
die Liebe trägt blutigen Trauerflor

In Panzer geschmiedet
der gibt sichern Hort
Seele traut sich nicht mehr daraus hervor

Erklärung verweigert
Gefühl im Export
Hilflos Verharren im Viel-Fragentor

Die Narbenverheilung
der Hoffnung ist fort
Das Harmonie-Schauspiel singt eigenen Chor.


Floravonbistram 1990



Mit den Staren





Mit den Staren kommt er wieder,
strahlend hell auf seinem Ross,
sträubt verknautschtes Buntgefieder,
lockt mit Wärme jeden Spross.

Schnee verrinnt  in Erdesspalten,
wenn der Jüngling ihn berührt.
Schnell wird die Natur entfalten
was an Farben ihr gebührt.

Schon vorbei die Dunkelklagen,
alle freudig vorwärts sehn,
wenn die Weiden lindgrün tragen,
auf den Wiesen Blumen stehn.

Und die Welt genießt das Beben
unter seinem leuchtend  Stab,
Frühling schenkt erneut das Leben,
schickt den Winter in sein Grab.


FloravonBistram 1988






Sonnensehnsucht




War es wirklich denn erst gestern,
dass ich von den Glöckchen sang,
die sich aus der Erde reckten,
von der Vogelstimmen Klang?

Scharfer Wind bog um die Ecken,
knickte Glöckchens zarten Fuß,
schickte aus tiefdunklen Wolken
einen dichten Flockengruß.

Frost umklammert unsre Felder,
schließt den See hermetisch ab,
futterlos sind auch die Wälder,
Schnee ist unsrer Tiere Grab.

Lasst uns auf den Frühling hoffen
der nun endlich kommen muss,
sehnsuchtsvoll stehn Herzen offen,
warten auf den Sonnenkuss.

Zweige blühen in den Vasen,
in den Töpfen Tausendschön.
harter Schnee liegt auf dem Rasen.
Winter woll’n wir nicht mehr sehn.

floravonbistram






Frohe Ostern allen meinen Lesern 





Trübes Grau







Wenn trübes Grau das Fühlen frostet,
die Zuversicht gefrieren will,
wenn Hoffen alle Kraft mich kostet,
dann geh ich in mich, gläubig still.

Im tiefsten Innern sing ich leise
das Lied vom Leben und ich spür
sehr bald ein Echo, eine Weise,
die neuem Mut öffnet die Tür.

Kalter Hauch ließ mich erbeben,
flieht vor diesem warmen Ton.
Stelle ich mich dann dem Leben,
fliegt die Trübsal still  davon.

1995